Religionsphilosophie by Martin Hailer;

Religionsphilosophie by Martin Hailer;

Autor:Martin Hailer;
Format: epub
ISBN: 9783825241834
Herausgeber: UTB GmbH
veröffentlicht: 2014-07-15T00:00:00+00:00


7. Neuer und klassischer Atheismus

J. Assmann, Die Mosaische Unterscheidung oder der Preis des Monotheismus, München/Wien 2003; P. Boyer, Und Mensch schuf Gott, Stuttgart 2004; www.buskampagne.de (19.9.2013); R. Dawkins, Der Gotteswahn, Berlin 2007; D. Dennett, Den Bann brechen. Religion als natürliches Phänomen, Frankfurt/M. 2008; G.M. Hoff, Die neuen Atheismen. Eine notwendige Provokation, Kevelaer 2009; D. Hume, Writings on Religion, hg. von A. Flew, Peru IL 1992; W. Löffler, Zur Argumentationsstruktur und Pragmatik gegenwärtiger atheistischer Positionen, in: Neuer Atheismus wissenschaftlich betrachtet, hg. von P. Weingartner, Heusenstamm 2010, 21–49; J.P. Reemtsma, Muss man Religiosität respektieren?, in: Politische Religion und Religionspolitik. Zwischen Totalitarismus und Bürgerfreiheit, hg. von G. Besier und H. Lübbe, Göttingen 2005, 391– 406; ders., Das Scheinproblem »Willensfreiheit«. Plädoyer für das Ende einer überflüssigen Debatte, in: Merkur, Heft 683 (2006), 193–206.; L. Rue, Religion Is Not About God, New Brunswick NJ 2005; Th. Schärtl, Der neue Atheismus und seine Herausforderungen, Una Sancta 67 (2012), 90–102; W. Singer, Der Beobachter im Gehirn. Essays zur Hirnforschung, Frankfurt/M. 2002; P. Sloterdijk, Gottes Eifer. Vom Kampf der drei Monotheismen, Frankfurt/M. und Leipzig 2007; ders., Zorn und Zeit. Politisch-psychologischer Versuch, Frankfurt/M. 2008; M. Weinrich, Religion und Religionskritik. Ein Arbeitsbuch, Göttingen 2011.

Nur gelegentlich kam bislang zur Sprache, was in diesem Kapitel im Mittelpunkt steht: Zu der Menge religionsphilosophischer Optionen zählt selbstverständlich auch, dass die Prüfung von Argumenten zu dem Ergebnis führt, dass es eine Größe namens ›Gott‹ nicht gibt und dass folglich die Überzeugungen der Religionen Illusionen sind. Atheismus und die Auseinandersetzung mit ihm sind ein integraler Bestandteil der Religionsphilosophie und es ist bei Durchsicht durch die Literatur leicht feststellbar, dass die religionsphilosophische ›Nullmenge‹ recht häufig und in einer beträchtlichen Bandbreite von Möglichkeiten vertreten wird.

Die meisten Darstellungen gehen dabei historisch vor und schildern die Entstehungsbedingungen des neuzeitlichen Atheismus unter anderem durch Rückgriffe auf Motive der frühen Aufklärungszeit, des Materialismus – er behauptet, dass es ›Geist‹ nicht gibt, sondern lediglich komplex strukturierte Materie – und u.a. die bis in die Antike zurückreichende Tradition des Skeptizismus. Ich setze dagegen bei gegenwärtigen Positionen an, weil es eine in diesen Jahren lebendige und kontroverse Debatte gibt, die zunächst für sich selber sprechen soll und nicht sofort historisiert werden muss. Dass in ihr ältere Motive auftauchen, ist freilich erwartbar, so dass ein Rückblick auf klassische Formationen des Atheismus und der Religionskritik als Ergänzung notwendig ist. Am Schluss steht die Prüfung, welche religionskritischen Erwägungen im Rahmen der in Kap. 3 skizzierten Negativen Theologie plausibel erscheinen.

Zur Terminologie: Unter Atheismus versteht man die explizite Aussage, dass es Gott/Götter nicht gibt und dass deshalb die auf ihn/sie bezogenen Daseinshaltungen illusorisch sind. Eine atheistische Argumentation muss also zeigen, dass es in Sachen Gott nicht nur nichts zu wissen gibt, sondern dass die diesbezüglichen Annahmen falsch sein müssen. Diese Position ist vom weit verbreiteten Gewohnheitsatheismus zu unterscheiden, dessen Vertreter die Frage nach Gottes Existenz verneinen, dafür aber nicht streng argumentieren, sondern auf ihre Lebenserfahrung verweisen. Dies Phänomen spielt in stark säkularisierten Gesellschaften eine Rolle und ist argumentativ schwer zu fassen, weil es sich dem strengen Argumentieren entzieht. Der Begriff



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