Tod vor der Morgenmesse by Peter Tremayne

Tod vor der Morgenmesse by Peter Tremayne

Autor:Peter Tremayne
Die sprache: deu
Format: mobi, epub
Tags: Spionage
ISBN: 9783746622989
Herausgeber: Aufbau Verlag
veröffentlicht: 2007-02-08T00:00:00+00:00


Slébéne vom Stamm der Corco Duibhne verstand sich darauf, ein prächtiges Gelage zu veranstalten, das stand außer Frage. Das Festmahl wurde in der großen Halle angerichtet. An die vierzig Gäste hatte man geladen. Offensichtlich waren Fidelma, Eadulf und Conrí an dem Tage nicht die einzigen Besucher in Daingean. Zahlreiche Kaufleute und Stammesobere hatten sich eingefunden, Slébéne ihren Respekt zu bezeugen und ihren Tribut zu entrichten. Ein Würdenträger, der das Amt des bollscari, des Zeremonienmeisters, ausübte, wies den Gästen ihre Plätze an den langen, aus Weidenholz gezimmerten Tischen an. Fidelma und ihre Begleiter wurden an die oberste Tafel gesetzt und blickten auf die Reihen der Gäste von minderem Rang. Als alle ihre Plätze eingenommen hatten, blieben an dem Tisch, an dem Fidelma saß, zwei Armsessel frei. Hinter dem einen hatte sich ein breitschultriger, muskelbepackter Mann mit buschig krausem, rotem Haar und Bart aufgebaut. Die Arme hielt er über der Brust verschränkt; sein ganzes Auftreten und seine Ausstaffierung waren die eines Kriegers. Fidelma fiel eine Tätowierung auf seinem rechten Arm auf, ein sonderbares Bild einer Schlange, die sich um ein Schwert wand. Das war völlig gegen den Brauch, denn die jungen Männer von Éireann schmückten sich üblicherweise nicht auf diese Art. Doch nicht dieser ungewöhnliche Körperschmuck war es, der Fidelma störte. Vielmehr verstieß es gegen Sitte und Brauch, daß Krieger in einer Festhalle Waffen trugen. Dieser Mann hatte sich mit Schwert und Dolchen bewaffnet. Sie vermutete, daß er Slébénes trén-fher war, sein Waffengefährte und Leibwächter. Dennoch zeugte es von schlechtem Geschmack, Gäste zu einem Festmahl zu laden und sie mit einem bewaffneten Krieger zu konfrontieren, der den Stammesfürsten in der Festhalle beschützen sollte.

Kaum hatten alle Gäste Platz genommen, blies der fearstuic, der Trompeter, auf einen Wink des bollscari in sein Instrument. Die gesamte Gesellschaft erhob sich, und Slébéne und eine junge Frau schritten herein. Sie war von herber Schönheit, und ihre Haltung war betont hochmütig. Erst nach dem Festmahl erfuhr Fidelma, daß diese Frau die jüngste Errungenschaft des Stammesfürsten war. Es war schwer zu entscheiden, ob Slébéne es darauf angelegt hatte, nur Fidelma und ihrer Begleitung oder auch den anderen Gästen zu imponieren. Der Stammesfürst der Corco Duibhne betrat die Halle, angetan mit allen Zeichen der Königswürde. Er war in Samt und Seide gekleidet und trug einen Silberreif auf dem Haupt, in den leuchtend violette Amethyste und hellgrüne Smaragde eingelassen waren. Ein derartiges Zurschaustellen von Macht und Ansehen kannte Fidelma nur von den feierlichen Auftritten des Hochkönigs. Beim Einzug des Fürsten blieb Fidelma als einzige sitzen, nicht um ihn zu kränken, sondern weil ihr Rang als Schwester des Königs von Muman ihr das vorschrieb.

Ein weiterer Trompetenstoß ertönte, und damit war dem feierlichen Teil fast Genüge getan.

Nun kamen die deoghbhaire, die Mundschenke, mit Wein, Bier und Met. Ihnen folgten Diener, die Schüsseln mit dampfender beochaill trugen, einer kräftigen Fleischbrühe mit Kräutern, ein zu dieser Jahreszeit beliebtes Gericht, denn der Winter ließ jeden frösteln. Bedienstete stellten Schalen mit Wasser neben den Teller jedes Speisenden und legten ein lámhbrat dazu, ein Tuch, um sich nach dem Mahl die Hände abspülen und trocknen zu können.



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