Monte Cassino • Der Bericht über die Schlacht by Böhmler Rudolf

Monte Cassino • Der Bericht über die Schlacht by Böhmler Rudolf

Autor:Böhmler, Rudolf [Böhmler, Rudolf]
Die sprache: deu
Format: epub
Herausgeber: Pegasus Digital Publishing
veröffentlicht: 2021-06-19T22:00:00+00:00


Karte 5: Der kanadische Angriff auf Ortona (Dezember 1943)

Zur rechten Zeit waren die Fallschirmjäger zur Stelle: denn am 18. schickte General Yokes seine Kanadier erneut auf die Reise. Mit geballter Kraft schleuderte er den Speer gegen Ortona: neun leichte und drei mittlere Artillerie-Regimenter unterstützten die anstürmenden Brigaden, die, verstärkt durch das kanadische 12. Panzer-Regiment, über die deutschen Fallschirmjäger herfielen. Zwei Tage wogte das erbitterte Ringen hin und her, bis die Kanadier endlich am 20. Dezember in den Außenbezirk von Ortona einzudringen vermochten. Doch noch lange nicht konnten sie die Einnahme der Stadt melden.

Allmählich rollte die ganze 1. Fallschirmjäger-Division an, bataillonsweise, so, wie eben die Verbände aus dem Gebirgsabschnitt am oberen Sangro herausgezogen werden konnten. Und bataillonsweise wurden sie im Abschnitt des Regiments 3 in die Schlacht geworfen.

Die indische 8. Division arbeitete sich südlich Ortona an das den Zugang nach Tollo sperrende Villa Grande heran und berannte wütend das zäh verteidigte Nest. Erst am 22. Dezember konnte das Essex-Bataillon der indischen 17. Brigade in den Ort eindringen. Doch hielt das verbissen kämpfende I. Fallschirmjäger-Regiment 3 immer noch den Nordteil des völlig zerstörten Ortes.

Noch weniger Glück hatte Montgomery bei Orsogna. Das hochgelegene, plattgewalzte Dorf blieb fest in deutscher Hand ebenso wie das hartumkämpfte Guardiagrele. »Bei Orsogna und Guardiagrele hatten wir immer noch gegen hartnäckigen Widerstand anzukämpfen, denn die Dörfer waren zu starken Stützpunkten ausgebaut worden, und ihre erhöhte Lage erschwerte den Zugang zu den deutschen Stellungen. Die Erdgeschosse und Keller der Häuser waren befestigt worden, und die feindlichen Besatzungen konnten auch durch wiederholte Luftangriffe nicht daraus verdrängt werden . . .«3.

Viermal rannten die Neuseeländer gegen Orsogna an, viermal wurden sie von den deutschen Panzergrenadieren und Fallschirmjägern mit blutigen Köpfen nach Hause geschickt. Am 3. Dezember waren sie von der 26. Panzer-Division im Gegenangriff sogar bis Castel Frentano zurückgejagt worden. Auch der zweite Versuch, am 7. Dezember von zwei neuseeländischen Infanterie-Brigaden unternommen, war trotz starker Luft- und Artillerie-Unterstützung ebenso gescheitert wie der dritte Angriff, der lediglich der nördlich von den Neuseeländern angreifenden 5. Division den Besitz von Poggiofiorito eingebracht hatte. Doch das XIII. Korps warf trotz aller Fehlschläge die Flinte keineswegs ins Korn. Am 23. Dezember holte es zum vierten Schlage aus und richtete die Rohre seiner gesamten Artillerie und die von fünf Regimentern des V. Korps gegen Orsogna und die nördlich davon gelegenen deutschen Stellungen. Der Erfolg war denkbar gering. Wohl nahm die 5. Division Arielli, doch Orsogna gab General v. Lüttwitz nicht heraus. Lediglich nordöstlich der Stadt vermochte die neuseeländische 5. Infanterie-Brigade in die deutschen Stellungen einzudringen; sie aber zu durchstoßen, dazu fehlte ihr die Kraft. Die 26. Panzer-Division schlug sich hervorragend, ganz wie es der Traditionstruppe der alten friederizianischen Garde gebührte.

Die Offensive der neuseeländischen 2. Division hatte unter einem wenig günstigen Stern gestanden. Seit dem Sprung über den Sangro hatte sie mehr als 1 600 Mann verloren. Die 26. Panzer-Division hatte den Neuseeländern von vornherein eine gehörige Lehre erteilt und sie nicht darüber im Zweifel gelassen, daß in Italien der Lorbeer bedeutend höher hing als in den Wüsten Afrikas, wo die Deutschen seit El Alamein hoffnungslos unterlegen gewesen waren.



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