Der Fallensteller: Oldenburg-Krimi (German Edition) by Berger Axel

Der Fallensteller: Oldenburg-Krimi (German Edition) by Berger Axel

Autor:Berger, Axel [Berger, Axel]
Die sprache: deu
Format: epub
Herausgeber: Hallenberger Media
veröffentlicht: 2013-11-14T23:00:00+00:00


Während Enno Melchert und Anke Frerichs im Büro noch über Akten brüteten und im Internet recherchierten, lenkte Werner Vollmers seinen anthrazitfarbenen Saab durch die Nadorster Straße zurück in Richtung Präsidium. Auf dem Rücksitz lag eine ganze Platte Butterkuchen, zwei Stück Donauwelle und ein großes Stück Bienenstich mit Cremefüllung. Vollmers liebte Butterkuchen. Er hatte ein echtes Faibel für guten Kuchen. Warum wussten nur die wenigsten. Nicht einmal die engsten Kollegen ahnten, dass Vollmers, bevor er damals zur Polizei gekommen war, zunächst eine Ausbildung zum Konditor absolviert hatte, sich dann aber aufgrund einer Wespenallergie beruflich umorientieren musste. Seine Vorliebe für Kuchen war ihm aber über die Jahre geblieben. Deswegen nahm er gern den Weg zur Konditorei Brockshus auf sich.

Wie beiläufig zogen die Geschäfte der Nadorster Straße an ihm vorbei: Porzellan Voss, das Hörstudio Siefken, der Tauchertreff von Martin Schlifski, McWok und schließlich die Firma Willers. Laternenmasten mit diversen Plakaten kündigten neben dem alljährlichen Stadtfest die bald anstehenden Bundestagswahlen an. Die Ampel sprang auf Rot. Vollmers ignorierte die grinsenden Politiker auf den Plakaten und verfolgte nachdenklich das Treiben vor der Drogenberatungsstelle Rose 12 auf der gegenüberliegenden Seite. Unzählige Gestalten bevölkerten den Gehsteig, grölten, krakeelten und zankten sich dort. Fahrräder versperrten den Fußweg. Plötzlich kippte eines um, ein auf dem Gepäckträger befestigter Eimer fiel auf die Straße, und weiße Farbe ergoss sich auf den Bürgersteig. Niemand kümmerte sich darum. Als die Ampel auf Grün sprang, trat er wütend aufs Gas und machte ein halsbrecherische Kehrtwendung nach rechts, bog in die Alexanderstraße ein und beschleunigte. Die Gertrudenkapelle stand unbeeindruckt da und trotzte der Zeit. Zwei in schwarzes Leder gekleidete Mitglieder eines Motorradclubs, der an der Alexanderstraße sein Vereinsheim hatte, schauten dem qualmenden Diesel irritiert hinterher.



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