009 - Trügerisches Lavandou by Remy Eyssen

009 - Trügerisches Lavandou by Remy Eyssen

Autor:Remy Eyssen [Eyssen, Remy]
Die sprache: deu
Format: epub
Tags: Thriller/Krimi
ISBN: 9783843729604
Herausgeber: Ullstein eBooks
veröffentlicht: 2023-05-31T22:00:00+00:00


45. Kapitel

»Du hast was gemacht?« Leon sah Isabelle entgeistert an und vergaß beinahe, die klein gehackte Petersilie auf das Rührei zu streuen, das er gerade für seine Partnerin zubereitet hatte.

Isabelle schmunzelte. Sie war spät nach Hause gekommen, als Leon bereits tief und fest geschlafen hatte. Als sie ihn sanft angestoßen hatte, um ihm zu sagen, dass sie wieder da war, hatte er nur schlaftrunken gebrummelt und sich auf die andere Seite gerollt. Im selben Moment war er wieder eingeschlafen.

Jetzt saßen sie wie jeden Morgen zusammen in der Küche. Leon machte ihr eines seiner legendären Rühreier mit Bacon und frischen Tomaten, und Isabelle hatte für sie beide ein kleines Schälchen Müsli mit frischen Waldbeeren vorbereitet.

»Wir hatten eine richtige Séance, mit Medium, Silberpendel, Kraftfeldern und allem Drum und Dran«, berichtete Isabelle mit leichter Ironie in der Stimme.

»Und, hat es funktioniert? Der Kontakt mit der Zwischenwelt, meine ich?« Leon stellte das Rührei vor Isabelle. Sie wackelte mit ihrem Kopf wie ein indischer Guru.

»Gute vibrations , sehr gute vibrations …«, raunte Isabelle.

»Echt jetzt?«

»Na ja. Der schwarze Mann kam kurz vorbei …«, Isabelle wedelte mit den Händen durch die Luft.

»Und …? Was hat er gesagt, der schwarze Mann?«

»Nichts«, gab Isabelle kleinlaut zu.

»Die Geister haben wohl gerade wenig Zeit.« Leon grinste.

»Wahrsagen ist eben nichts für Berufsskeptiker wie dich.« Isabelle aß genüsslich von ihrem Müsli.

»Was steht eigentlich später im Vernehmungsprotokoll? Laut Aussage des schwarzen Mannes …« Leon lachte.

»Ich hätte ihn nach seiner E-Mail-Adresse fragen sollen.«

Beide lachten.

»Pilar hat die Gegend ausgependelt, wo die Kinder angeblich versteckt waren.«

»Nicht dein Ernst?«

»Doch, mit ihrem Pendel. Du kannst dir das echt nicht vorstellen. Das Versteck ist irgendwo im Massif des Maures, sagt sie«, erzählte Isabelle. Leon hörte ihr amüsiert zu und wartete ab, was als Nächstes käme. »Ich habe schon auf der Karte nachgesehen.«

»Und, wo ist es?«

»Nördlich von Collobrières. Sind ungefähr sieben Quadratkilometer, die da infrage kommen – wenn man dem Pendel glauben will.« Isabelle zuckte mit der Schulter.

»Wer würde nicht einem Pendel glauben?«, spöttelte Leon. »Sieben Quadratkilometer, in dieser Gegend. Dagegen ist Lotto eine sichere Geldanlage.«

»Das weiß ich selbst. Aber wenn ich mir vorstelle … was gewesen wäre, wenn Lilou als Vierjährige entführt worden wäre. Ich glaube, ich hätte es sogar mit Bleigießen versucht.«

»Wir werden das kleine Mädchen finden. Ganz sicher«, sagte Leon.

»Du weißt, dass heute schon der fünfte Tag ist, Leon.« Isabelle sah nachdenklich von der Terrasse in Richtung Meer.

»Wer ist jetzt der Pessimist?«, fragte Leon.



Download



Haftungsausschluss:
Diese Site speichert keine Dateien auf ihrem Server. Wir indizieren und verlinken nur                                                  Inhalte von anderen Websites zur Verfügung gestellt. Wenden Sie sich an die Inhaltsanbieter, um etwaige urheberrechtlich geschützte Inhalte zu entfernen, und senden Sie uns eine E-Mail. Wir werden die entsprechenden Links oder Inhalte umgehend entfernen.