Die Belgariad Saga by David Eddings

Die Belgariad Saga by David Eddings

Autor:David Eddings [Eddings, David]
Die sprache: deu, deu
Format: epub, azw3
Herausgeber: Bastei-Lübbe
veröffentlicht: 2013-07-07T00:00:00+00:00


21

Die Südliche Karawanen-Route wand sich durch mehrere trockene Hochtäler, die in allgemeiner Ost-West-Richtung verliefen. Die umgebenden Gipfel waren hoch – vielleicht noch höher als die Berge im Westen, aber auch die höchsten Hänge waren nur dünn mit Schnee bedeckt. Der Himmel war von schmutziggrauen Wolken verhangen, die ihre Feuchtigkeit jedoch nicht auf die trockene Wildnis aus Sand, Felsen und Dorngestrüpp niedergehen ließen. Wenn es auch nicht schneite, war es doch bitterkalt. Ständig blies ein Wind und stach wie mit Nadeln in die Haut.

Sie ritten ostwärts und kamen gut voran.

»Belgarath«, sagte Barak über die Schulter nach hinten, »auf dem Kamm dort oben ist ein Murgo südlich der Straße.«

»Ich sehe ihn.«

»Was macht er da?«

»Er beobachtet uns. Solange wir nicht von der Karawanen-Route abweichen, wird er nichts tun.«

»Sie beobachten einen immer so«, erklärte Silk. »Die Murgos behalten gern jeden im Auge, der sich in ihrem Land aufhält.«

»Der Tolnedrer Kalvor«, sagte Barak. »Glaubst du, er hat übertrieben?«

»Nein«, antwortete Belgarath. »Ich denke, daß Taur Urgas eine Entschuldigung sucht, um die Karawanen-Route zu schließen und alle Westler aus Cthol Murgos hinauszuwerfen.«

»Aber warum?« fragte Durnik.

Belgarath zuckte die Achseln. »Der Krieg steht vor der Tür. Taur Urgas weiß, daß ein großer Teil der Händler, die diese Straße nach Rak Goska benutzen, Spione sind. Er wird bald die Armeen aus dem Süden heraufbringen, und er möchte ihre Größe und ihre Bewegungen geheimhalten.«

»Was für eine Armee kann man in einem so öden und unbewohnten Land ausheben?« fragte Mandorallen.

Belgarath warf einen Blick auf die trostlose Wüste um sie herum. »Das ist nur das kleine Stückchen von Cthol Murgos, das wir sehen dürfen. Es erstreckt sich noch dreitausend Meilen oder mehr nach Süden, und dort gibt es Städte, die noch niemand aus dem Westen je gesehen hat. Hier im Norden spielen die Murgos ein ausgeklügeltes Spiel, um das wahre Cthol Murgos zu verbergen.«

»Dann glaubt Ihr also, daß der Krieg bald beginnen wird?«

»Vielleicht nächsten Sommer«, meinte Belgarath. »Vielleicht auch erst im darauffolgenden.«

»Werden wir bereit sein?« fragte Barak.

»Wir werden es versuchen.«

Tante Pol stieß einen mißbilligenden Laut aus.

»Was ist?« fragte Garion rasch.

»Geier«, sagte sie. »Widerliche Kreaturen.«

Ein Dutzend der großen Vögel hockte flügelschlagend und krächzend über etwas neben der Karawanen-Route.

»Was ist da unten?« fragte Durnik. »Ich habe keine Tiere mehr gesehen, seit wir die Felswand erklettert haben.«

»Ein Pferd wahrscheinlich – oder ein Mensch«, sagte Silk. »Würde man einen Menschen denn unbegraben lassen?« fragte der Schmied.

»Nur teilweise«, erklärte Silk. »Manchmal kommen Banditen auf die Idee, daß es einfach wäre, die Benutzer der Karawanen-Route auszurauben. Die Murgos geben ihnen reichlich Zeit, ihren Fehler einzusehen.«

Durnik sah ihn fragend an.

»Die Murgos fangen sie«, sagte Silk, »und dann graben sie sie bis zum Hals ein und lassen sie allein. Die Geier haben gelernt, daß ein Mensch in dieser Lage hilflos ist. Oft werden sie ungeduldig und warten nicht erst auf seinen Tod, bevor sie zu fressen anfangen.«

»Auch eine Art, mit Banditen umzugehen«, sagte Barak fast anerkennend. »Selbst Murgos können manchmal gute Ideen haben.«

»Unglücklicherweise gehen die Murgos automatisch davon aus, daß jeder, der die Straße verläßt, ein Bandit ist.«

Die Geier fraßen ungerührt



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