Der letzte Magier by William Voltz

Der letzte Magier by William Voltz

Autor:William Voltz [Voltz, William ]
Die sprache: deu
Format: epub
Tags: Das Konzil, Perry Rhodan, Science Fiction
Herausgeber: Pabel-Moewig Verlag GmbH
veröffentlicht: 1974-03-01T01:00:00+00:00


6.

Der Raumfahrerfriedhof von Pamur lag in einer Schlucht im Himalaja-Gebirge. Dort wurden auf eigenen Wunsch viele Raumfahrer bestattet. In dieser Höhe waren sie dem Weltraum näher. Alle anfallenden Arbeiten waren vollrobotisiert, so daß Evon Scruggs, der Verwalter, nur ein bißchen Schreibarbeit zu erfüllen hatte.

Scruggs lebte einsam in einem kleinen Haus am Rande der Schlucht. Seine Partnerin aus seinem ersten und einzigen Ehevertrag war vor fünf Jahren nach Normon ausgewandert.

Scruggs war ihr nicht gefolgt. Er hatte sie verstanden und ihre Entscheidung akzeptiert, aber er hatte sich schon zu sehr an diese Bergheimat gewöhnt.

Im Durchschnitt fand in Pamur einmal in der Woche eine Beerdigung statt. Die Plätze auf dem Friedhof waren rar geworden. Nicht alle Raumfahrer, die hier nach ihrem Tod bestattet werden wollten, erhielten auch einen der begehrten Plätze. Um zu verhindern, daß die letzten freien Plätze zu phantastischen Preisen verkauft wurden, hatte die Regierung ein Verteilungssystem im Sinne einer Verlosung angeordnet. Nur besonders verdiente Mitglieder der Solaren Flotte wurden auf Anordnung der Flottenadmiralität in der Schlucht von Pamur begraben.

Die Stille, an die sich Scruggs in den letzten Jahren gewöhnt hatte, war in den letzten Tagen einige Male empfindlich gestört worden. Die Administration in Terrania-City hatte ein paar Bildsprechverbindungen zu Scruggs herstellen lassen.

Kein Geringerer als Reginald Bull hatte Scruggs ein paar unverständliche Anordnungen erteilt.

Nun stand Evon Scruggs vor der leeren Gruft, die er auf Befehl Bulls hergerichtet hatte.

Es gab im Friedhof nur sieben leere Grüfte, alles andere waren einfache Gräber.

Scruggs hatte den Eingang zur Gruft gesäubert und die transparente Seitenwand poliert.

Scruggs betrachtete noch einmal sein Werk. Er war zufrieden.

Der Friedhof war auf Bulls Befehl hin für die nächste Zeit geschlossen worden. In dieser Woche würden keine offiziellen Beerdigungen stattfinden.

Scruggs ahnte jedoch, daß es eine Bestattung geben würde, denn wozu sonst hätte Bull ihn mit dieser Arbeit beauftragt?

Der Friedhofsverwalter kehrte in seine Hütte zurück und legte den Pelzmantel ab. Er ging in die Kochnische, programmierte einen starken Kaffee und begab sich dann in sein Büro. Trotz ihrer Abgelegenheit war Scruggs Hütte modern eingerichtet. Es gab alle Anschlüsse an das weltweite Kommunikationssystem.

Sogar eine Normalfunkanlage stand dem Verwalter zur Verfügung.

Einmal im Monat warf ein Gleiter ein Paket mit jenen Dingen über der Schlucht ab, die Scruggs im etwa dreißig Kilometer weit entfernten Pamur videophonisch bestellt hatte.

Das Bildsprechgerät summte. Scruggs schaltete auf Empfang.

Zu seiner Überraschung war abermals Bull am Apparat.

„Guten Tag, Herr Scruggs", begrüßte Bull den Verwalter. „Wie sieht es bei Ihnen dort draußen aus? Sind Sie gut vorangekommen?"

„Es ist alles so erledigt worden, wie Sie es befohlen hatten", erwiderte Scruggs. Er war ein kleiner, grauhaariger Mann von einhundertzehn Jahren. Kälte und Wind hatten scharfe Linien in sein Gesicht geschnitten und ließen es unnachgiebig erscheinen.

Scruggs war aber bestenfalls ein Eigenbrötler und kein verbohrter Egoist.

„Gut", sagte Bull. „Bereiten Sie alles für eine offizielle Bestattung vor. TTV wird kommen, sicher auch ein paar Reporter. Vor allen Dingen müssen Sie damit rechnen, daß eine Abordnung der Laren auftauchen wird."

Scruggs erschrak.

„Sie haben noch nie einen Laren gesehen?" erkannte Bull.

„Nur im Fernsehen. Was wollen die hier draußen?"

„Das liegt in der Natur der Sache.



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