003 - A Place to Belong by Lilly Lucas

003 - A Place to Belong by Lilly Lucas

Autor:Lilly Lucas [Lucas, Lilly]
Die sprache: deu
Format: epub
Tags: Roman
Herausgeber: Knaur eBook
veröffentlicht: 2023-02-28T23:00:00+00:00


Kapitel 17

E

s tut mir leid, Mrs. McCarthy. Es tut mir so leid.« Wie ein Sturzbach schossen die Tränen aus meinen Augen.

»Du meine Güte, was ist denn passiert?« Im Morgenmantel bekleidet, eilte sie auf mich zu und legte mir die Hand auf die Schulter. »Sie sind ja völlig durch den Wind.«

Ich stutzte. »Ist … war … Flynn nicht hier?«

»Flynn?« Sie runzelte die Stirn. »Es ist vier Uhr morgens. Warum …« Sie stockte und wirkte auf einmal beunruhigt. »Ist irgendwas zwischen Ihnen beiden vorgefallen?«

»Ich hab ihn angelogen. Ich hab alle angelogen«, brach es aus mir heraus. »Und es tut mir so leid. Ich wollte nicht … Ich wollte nie …« Ein tiefer Schluchzer bahnte sich einen Weg aus meiner Kehle.

»Maggy, beruhigen Sie sich.«

Ihr einfühlsamer Ton machte es nur schwieriger für mich. Immer mehr Schluchzer kamen über meine Lippen. Mein ganzer Körper begann zu zittern.

»Jetzt kommen Sie erst mal mit rein. Ich konnte nicht schlafen und hab mir gerade einen Tee …«

»Nein!«, entgegnete ich so laut und bestimmt, dass sie zusammenzuckte. »Ich … ich muss gehen.«

»Jetzt? Es ist mitten in …« Sie brach ab, und ich sah, wie ihr Blick zu meiner Tasche glitt. Dem Autoschlüssel in meiner Hand. In ihrem Gesicht begann es zu arbeiten. »Sie wollten abreisen«, schien sie erst in diesem Moment zu begreifen. »Ohne sich zu verabschieden?«

»Ich …« Meine Lippen bebten, und ich begriff, dass ich nicht länger lügen konnte. Dass die Zeit des Schweigens vorbei war. Dass alles vorbei war. Game over, Maggy, verhöhnte mich eine Stimme in meinem Hinterkopf. »Ich bin nicht die, für die Sie mich halten, Mrs. McCarthy.«

Irritiert sah sie mich an. »Was soll das heißen?«

»Ich bin nicht hergekommen, um einen Artikel über die Baumhäuser zu schreiben. Das war ein Missverständnis.«

»Sie sind … keine Journalistin?«

»Doch. Mein Name ist Magnolia Gardner, und ich bin freie Mitarbeiterin bei der Denver Post. Aber …«

»Magnolia«, wiederholte Mrs. McCarthy überrascht.

»Das … ist … mein voller Name«, krächzte ich, aber Mrs. McCarthy schien es gar nicht zu hören. Ihre Augen wanderten nervös umher, bis sie mein Gesicht fixierten. Und dann formten ihre Lippen ein Wort und sorgten dafür, dass sich eine Gänsehaut auf meinen Armen ausbreitete.

»Emilia.«

Regungslos stand ich da, unfähig, etwas zu sagen.

»Du bist Emilias Tochter«, murmelte sie und schüttelte ganz leicht den Kopf, als könnte sie es nicht glauben. »Warum hab ich das nicht gleich gesehen?« In ihrem Blick lag nicht nur Erkenntnis. Da war auch ein Hauch Faszination. »Du bist … ihr Ebenbild.«

»Sie erinnern sich an meine Mutter?«, kam es kaum hörbar aus meinem Mund.

»Natürlich erinnere ich mich an sie«, seufzte sie. In ihrem Kopf schien ein Gedanke aufzublitzen. »Ist sie …?«

»Es geht ihr gut. Sie macht eine Kreuzfahrt mit …« Ich brach ab, weil ich das bereits erwähnt hatte. Und weil ich plötzlich nicht mehr wusste, wie ich Randall nennen sollte.

»Wann hat sie es dir erzählt? Dass Gerald dein Vater ist.«

Ich schluckte schwer und starrte sie an. Gefühlt verging eine halbe Minute, bis ich ihr antwortete. »Gar nicht. Ich hab es letzte Woche zufällig herausgefunden.«

Sie senkte den Blick und nickte.



Download



Haftungsausschluss:
Diese Site speichert keine Dateien auf ihrem Server. Wir indizieren und verlinken nur                                                  Inhalte von anderen Websites zur Verfügung gestellt. Wenden Sie sich an die Inhaltsanbieter, um etwaige urheberrechtlich geschützte Inhalte zu entfernen, und senden Sie uns eine E-Mail. Wir werden die entsprechenden Links oder Inhalte umgehend entfernen.