Save me by Mona Kasten

Save me by Mona Kasten

Autor:Mona Kasten [Kasten, Mona]
Die sprache: deu
Format: epub
Herausgeber: Bastei Lübbe AG
veröffentlicht: 2018-01-14T23:00:00+00:00


17

James

Während Wren und meine Schwester laut lachen, als Cyril wieder auftaucht und uns Wasser entgegenspritzt, starre ich Ruby hinterher, die ein dunkler, verschwommener Fleck unter der Wasseroberfläche geworden ist. Erst hat sie wie verrückt gezappelt, aber jetzt bewegt sie sich gar nicht mehr.

Irgendetwas stimmt nicht.

»Wenn sie wüsste, dass wir die Masche mit dem Totstellen schon kennen, würde sie das nicht abziehen«, meint Wren und hält Cyril die Hand hin, um ihm aus dem Pool zu helfen.

Ruby taucht immer noch nicht auf. Tief in meinem Inneren weiß ich, dass irgendetwas ganz und gar nicht in Ordnung ist. Mein Herz klopft wie verrückt, und ich nehme Anlauf.

»James, ich glaube nicht, dass sie ernsthaft Hilfe …« Den Rest von Lydias Satz höre ich nicht mehr, da ich einen Köpfer ins Wasser mache. In langen Zügen schwimme ich zu Ruby, schlinge einen Arm um ihren Oberkörper und ziehe sie nach oben.

Sie bewegt sich nicht.

»Ruby«, keuche ich, als wir wieder an der Wasseroberfläche sind. Ich schüttle sie. »Ruby!«

Plötzlich schlägt sie mit den Armen um sich. Sie hustet und ringt nach Atem, und ich halte sie fest an meinen Oberkörper gepresst, damit sie nicht wieder untergeht.

Sie ist völlig außer sich. »Hol mich hier raus«, verlangt sie schrill. »Ich muss hier raus!«

Ich nicke und schwimme mit ihr an den Rand des Pools. Dann hebe ich sie bei den Hüften hoch und setze sie auf dem Beckenrand ab. Wieder hustet sie laut und ausgiebig, um das Wasser loszuwerden, das sie in der kurzen Zeit eingeatmet hat. Ich ziehe mich am Rand hoch und setze mich neben sie, halte sie, während sie würgt.

»Bring mich hier weg.« Ihre Stimme ist ein gebrochenes Krächzen, das tief in mir etwas erschüttert. Ich richte mich auf und helfe Ruby hoch. Sie hat den Blick gesenkt, aber trotzdem kann ich die Tränen erkennen, die sich auf ihrem Gesicht mit den Wassertropfen vermischen. Als sie wieder auf beiden Beinen steht, kippt sie zur Seite. Ich spüre, wie sehr sie am ganzen Körper zittert, und gehe ein Stück in die Hocke, um sie hochzuheben. Sie protestiert nicht mal, sondern vergräbt ihr Gesicht an meinem Hals, damit niemand sieht, dass sie weint.

Wütend drehe ich mich zu Cyril um, dem das Grinsen vergangen ist.

»Du beschissener Wichser«, sage ich leise. Ich hätte es ihm lieber ins Gesicht geschrien, aber ich will Ruby nicht erschrecken.

Mit ihr auf dem Arm drehe ich mich um und gehe durch die Hintertür im Wintergarten nach draußen.

Percy braucht eine Weile, bis er kommt, aber dafür hat er Handtücher und Sachen zum Wechseln dabei. Ruby weicht meinem Blick aus, als ich sie in mehrere Handtücher einwickle und anfange abzutrocknen. Sie zittert noch immer am ganzen Körper. Percy reicht mir stumm ein weiteres Handtuch, das ich ausgebreitet auf ihren Kopf lege. Anschließend drücke ich das Wasser aus ihrem Haar. Wahrscheinlich übertreibe ich, aber ich werde sie so lange trocken rubbeln, bis sie nicht mehr zittert. Selbst wenn das die ganze Nacht dauern sollte.

Auf einmal wird ihr Körper von einem stummen Schluchzen erschüttert. Ich erstarre. Es tut erstaunlich



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