Liebes Herz Roman by Anja Saskia Beyer

Liebes Herz  Roman by Anja Saskia Beyer

Autor:Anja Saskia Beyer [Beyer, Anja Saskia]
Die sprache: deu
Format: epub
ISBN: 9783426434451
Herausgeber: Knaur e-books
veröffentlicht: 2015-11-26T00:00:00+00:00


Bennett saß nicht an seinem Schreibtisch, und Susa merkte, dass sie erleichtert darüber war, auch wenn sie ja eigentlich etwas von ihm wollte.

Am Schwarzen Brett hingen jede Menge Werbeflyer und Ausflugstipps für die Region. Sie sah gerade nach, ob hier Werbung für einen Trekkingritt angeboten wurde, da bemerkte sie seinen unverkennbaren Duft hinter sich. Was nahm er nur für ein Aftershave? Sie drehte sich extra nicht sofort zu ihm um, zählte bis zwanzig.

Er stand die ganze Zeit hinter ihr, grinste bestimmt und sagte nichts.

Als ihr einfiel, dass er auf ihren Hintern starren konnte, drehte sie sich blitzschnell um und fauchte ihn an. »Und? Schöne Aussicht?«

»Sehr schön«, schmunzelte er. Dann wurde er ernst und sah sie forschend an. »Ich lasse eh nicht locker, vergiss es. Also, was habe ich dir bitte schön getan?«

»Du machst mich wahnsinnig.« Es rutschte ihr einfach heraus, aber es brachte die Sache auf den Punkt.

Er grinste. »Wenigstens löse ich etwas in dir aus.«

»Aber leider nichts Gutes.«

»Du kannst ja richtig kratzbürstig sein.«

»Wenn du mich immer provozierst.« Susa seufzte. »Wir möchten reiten. Kannst du uns bitte bei dieser Trekkingtour hier in Casalappi anmelden? Das wäre echt nett.«

Verwundert blickte er sie an. »Reiten? Ihr? Ich hatte ehrlich gesagt nicht den Eindruck, dass Laura eine besondere Affinität zu meinem Esel hatte, geschweige denn zu noch größeren Vierbeinern mit Gebiss.«

»Dann hast du dich wohl einmal mehr geirrt.«

Ihm schien ihre Konversation immer mehr Spaß zu machen. Er amüsierte sich sichtlich. »Laura hat sogar Angst vor unseren Ziegen. Sie hat die Flucht ergriffen, als unser Bock auf sie zugerannt kam.«

Susa beschloss, einfach nicht weiter darauf einzugehen. Sie kochte innerlich. »Kann ich jetzt bei dir buchen oder bei wem sonst?«

»Klar. Müsst ihr ja wissen. Wer von euch kommt alles mit? Emmi auch?«

Jetzt fühlte sie sich sichtlich überfordert. »Ist das denn nicht zu gefährlich für eine Fünfjährige?«

»Nein. Emmi ist ein starkes Mädchen. Sie kann mit einer von euch aufs Pferd.«

»In Ordnung. Ich frag sie mal und komme dann gleich wieder.«

Damit ließ sie ihn stehen.

Aufgewühlt marschierte sie zu ihrem Appartement, nur um festzustellen, dass Wilma und Laura vermutlich schon wieder am Pool abhingen.

***

Wilma lag mit ihrer Dolce & Gabbana-Sonnenbrille auf der Nase neben Mischa auf einer Liege unter einem Sonnenschirm und betrachtete diesen attraktiven Mann von der Seite. Wie sie hier dalagen, wirkten sie wie ein Paar. Mischa entspannte mal wieder mit seinen Kopfhörern in den Ohren auf dem Bauch, und sie konnte in Ruhe seinen muskulösen Rücken betrachten. Was Thomas und die Kinder wohl gerade machten?, durchfuhr es sie mit schlechtem Gewissen. Thomas’ Rücken war bei weitem nicht so durchtrainiert, dachte sie und ärgerte sich gleichzeitig über sich selbst, dass sie auf derart oberflächliche Dinge achtete.

Der Abend gestern war sehr nett gewesen. Und auch beim Frühstück hatte sie sich mit Mischa köstlich amüsiert. Er brachte sie zum Lachen, das, was Thomas schon lange nicht mehr tat. Wilma hatte gestern Abend erfahren, dass Mischa als Sohn reicher Eltern BWL studiert hatte, um später einmal die Firma seiner toughen Mutter zu übernehmen. Sie führte eine mittelständische Kosmetikfirma, deren Namen Wilma schon einmal gehört hatte.



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