Infernas 01 - King of Ash by Lane Melanie

Infernas 01 - King of Ash by Lane Melanie

Autor:Lane, Melanie [Lane, Melanie]
Die sprache: deu
Format: epub
Herausgeber: Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
veröffentlicht: 2023-11-24T00:00:00+00:00


Kapitel 35

Everly

Ich trank von meinem Wein, während Dante mich eingehend musterte. Nur seine Augen bewegten sich dabei, ansonsten bleib er vollkommen reglos. Der Anblick war unheimlich. Und er erinnerte mich daran, wer mir gegenübersaß. Etwas, was ich in den letzten Tagen immer wieder Gefahr lief, zu vergessen. »Wie meinst du das, kleine Hexe?«

Ich winkte ab. »Nichts.«

»Wie. Genau. Meinst. Du. Das?«

Jedes Wort war wie ein kleiner Peitschenhieb für mein ohnehin schon angespanntes Nervenkostüm.

Seufzend stellte ich meinen Krug beiseite. Na, schön. Ich würde es ihm erzählen – Sorry, Roarke! – aber nur, weil mich diese Ungerechtigkeit nach wie vor wurmte.

»Die Daimonen haben Roarke verspottet, Dante. Ich mag keine Ahnung von den Sitten in Infernas haben, aber ich erkenne, wenn jemand schikaniert wird.«

»Was ist passiert? Erzähl mir alles«, verlangte er und seine Miene verriet mir, dass er keinen blassen Schimmer hatte, wovon ich sprach. Dann hatte Roarke bisher also wirklich geschwiegen. Aber seit wann? Seit Monaten? Jahren? Jahrzehnten?

Dante legte den Kopf schräg und ließ seine Nackenmuskeln knacken. Er war angespannt. Und es gefiel ihm ganz und gar nicht, dass ich etwas über Roarke wusste, das ihm bis jetzt unbekannt war.

»Das … könnte ich«, erwiderte ich langsam, während es in meinem Kopf ratterte. Ich würde dem König von Infernas eine Kostprobe seiner eigenen Waffen geben. »Weißt du was?« Lässig lehnte ich mich auf meinem Stuhl zurück. Das heutige Erlebnis und der Wein machten mich mutig. »Ich erzähle dir, was passiert ist, für einen Gefallen.«

Dantes Augen verdunkelten sich schlagartig. Mit einem Finger fuhr er über den Rand seines Weinkrugs und fing einen Tropfen der dunkelroten Flüssigkeit auf. Er brachte ihn an seine Lippen und leckte ihn ab. Quälend. Langsam. Ich schluckte.

»Du willst spielen, kleine Hexe?«

Blitzartig wurde mir ein paar Grad wärmer.

Bleib bei der Sache, Everly. Lass dich nicht von ihm verunsichern.

»Nicht spielen, Dante. Verhandeln.«

»Und was ist es«, raunte er, »das du diesmal begehrst?«

»Eine Wahrheit.«

»Lediglich eine?«

»Ich gehe davon aus, dass du sie mir ohnehin in Häppchen servierst.«

Dante legte sich dramatisch eine Hand auf die Brust. »Aber, Everly, wir sind doch ein Team.« Seine goldenen Augen glühten. »Du und ich.«

Wie konnte ich es gleichzeitig lieben und hassen, wie Dante meinen Namen aussprach?

Ich blieb stumm, starrte ihn lediglich an, und ging auf keine seiner Provokationen ein, ehe er mit einem tiefen Seufzer nachgab.

»Na, schön.« Er nickte. Fort war der flirtende Dante. »Dann sag mir, kleine Hexe, welche Wahrheit ist es, die du von mir verlangst?«

Was sollte ich fragen? Die Idee war mir spontan gekommen – hauptsächlich deshalb, weil das zwischen uns mit einem Handel angefangen hatte und ich diesmal diejenige hatte sein wollen, die die Oberhand behielt. Nun aber war mein Hirn wie leer gefegt. Dante blickte mich erwartungsvoll an.

»Ich höre …«

Das war die Gelegenheit, an mehr Informationen für Enya zu kommen. Und doch drehten sich alle Fragen, die mir einfielen, um Dante. Um ihn als Mann, nicht als Herrscher.

Aber konnte ich ihn Dinge zu seinem Privatleben fragen? Würde das nicht die falschen Signale senden und –

»Everly. Nun frag schon!«

»Seid du und Amida ein Paar?«

Jetzt war sie raus. Die Frage, die mich seit meiner Ankunft hier beschäftigte, ob ich es nun zugeben wollte oder nicht.



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