Anderwelt by John Brosnan

Anderwelt by John Brosnan

Autor:John Brosnan [Brosnan, John]
Die sprache: deu
Format: epub
veröffentlicht: 2010-09-02T08:33:56.828000+00:00


Travis lehnte sich an einen Baum und betrachtete die Szene zufrieden. Der gesamte Mob der Hooligan-Trolle lag auf dem Boden zwischen den Bäumen. Von den wenigen, die immerhin noch sitzen konnten, hörte man leise ›Jetzt geht's loo-os!‹-Gesänge, aber auch sie verstummten rasch. Diese bernsteinfarbene Flüssigkeit hatte ihren Zweck erfüllt. Die schon von Natur aus geistig benachteiligten Burschen waren mittlerweile bis auf den letzten Mann, oder Troll, hirntot.

Die wieder sichtbare Sharon stand neben ihm. »Das muss man dir lassen, Travis, dein Plan hat die Wende gebracht.« Sie hauchte ihm einen Kuss auf die Wange. »Ich gratuliere.«

»Danke, aber die Grüne Königin hat das meiste geleistet. Ohne ihre Fähigkeit, den Braukreislauf zu beschleunigen und so die Stärke des Biers zu vervielfachen, wären wir verloren gewesen.«

»Ja, aber du kanntest die Schwachstelle dieser Kreaturen.«

»Sie hat Recht. Wir stehen in deiner Schuld.«

Travis fuhr zusammen. Die Grüne Königin hatte sich plötzlich neben ihm materialisiert. »Eure Hoheit …«

»Nur eines meiner vielen Talente«, sagte sie leichthin, während sie auf die Armee der besoffenen Invasoren blickte. »Sie sind jetzt völlig wehrlos?«

»Ja. Es wird Zeit für Plan B. Ihr könnt die Nymphen kommen lassen.«

Auch wenn er glaubte, dass die Fußballtrolle keine lebenden Wesen waren, sondern lediglich die Produkte Schwarzer Magie, so wandte er doch den Blick ab, als die mit Speeren bewaffneten Nymphen damit begannen, den Invasoren den Rest zu geben. Sharon dagegen lieh sich einen Speer aus und beteiligte sich enthusiastisch an der Metzelei. »Und was nun?«, fragte er die Grüne Königin.

»Nach der Vernichtung dieser barbarischen Teufel wird mein Wald damit beginnen, seine Wunden zu heilen und seine alte Kraft wiederzugewinnen. Die menschlichen Invasoren spüren bereits jetzt meinen Zorn. Komm, gehen wir und schauen wir uns an, was über sie gekommen ist. Entschuldige, aber wir Königinnen müssen manchmal so sprechen.«

Die Grüne Königin nahm Travis bei der Hand, und im nächsten Augenblick erhob er sich gemeinsam mit ihr in die Höhe. Etwa drei Meter über dem Boden schwebten sie durch den Wald. Travis fühlte sich wie Margot Kidder in Superman.

Sie ließen das Schlachtfeld hinter sich und folgten dem verbrannten Pfad, den die Invasoren geschlagen hatten. Travis sah, dass der Wald sich bereits erholte und das verlorene Gebiet zurückeroberte. Grüne Sprösslinge schossen aus der schwarzen Erde, und Kriechpflanzen begannen sich von beiden Seiten über den Boden zu schlängeln. Als sie den Großen Stehenden Stein erreicht hatten, summte er bereits wieder mit seiner Ehrfurcht einflößenden Kraft. Travis fiel auf, dass die obszönen Schmierereien von seiner Oberfläche verschwunden waren.

Die Grüne Königin und Travis landeten neben dem noch immer schwelenden Holzstoß, der einmal der Grüne Riese gewesen war. »Armer Harry«, seufzte die Königin.

»Wer ist Harry?«, fragte Travis.

»Er«, sagte sie und deutete auf den verkohlten Haufen. Dann ging sie näher heran und berührte den Haufen mit dem Stab. Fast augenblicklich begann sich der Holzstoß zu bewegen. Begleitet von krachenden und ächzenden Geräuschen zeigte sich neues Grün. Die verkohlten äußeren Schichten fielen von dem scheinbar formlosen Stapel aus Ästen und Stämmen ab und enthüllten darunter frisches grünes Holz. Allmählich bildete sich der Grüne Riese wieder zurück. Zu



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