Wenn ich mich verliere by Erin McCarthy

Wenn ich mich verliere by Erin McCarthy

Autor:Erin McCarthy [McCarthy, Erin]
Die sprache: deu
Format: epub
Tags: Contemporary
ISBN: 9783802594731
Google: 9V6KngEACAAJ
Barnesnoble:
Herausgeber: Egmont LYX
veröffentlicht: 2014-05-01T16:00:00+00:00


12

Kylie und Nathan waren in Nathans Zimmer, und Tyler war gerade Bier holen, als auf einmal Grant auftauchte. Es klopfte an der Tür, und ich ging hin, um zu öffnen, weil ich annahm, dass es Tyler war. Jemand musste aus Versehen den Türknauf gedreht und abgeschlossen haben, denn die Apartmenttür war eigentlich so gut wie nie verriegelt. Aber als ich die Tür aufmachte, stand Grant da – gebeugte Haltung, zerzaustes Haar, das ihm in die Augen hing, die Hände tief in den Hosentaschen.

Mein Lächeln verschwand, und mein Magen verkrampfte sich. »Oh. Hi.«

»Hey.« Grant kam auf mich zu, um einzutreten, und für einen Augenblick vergaß ich, zur Seite zu gehen. Ich war einfach total perplex, ihn zu sehen, wie er ganz gelassen dastand und dümmlich grinste.

Da ich ihm den Weg versperrte, hob er erstaunt die Augenbrauen und drehte sich seitlich, sodass er mir unangenehm nahe kam. »Kann ich reinkommen?«

Das löste meine Erstarrung, und nachdem ich mich vorher gar nicht bewegt hatte, tat ich es jetzt zu schnell. Ich wich hastig zurück und stolperte dabei über meine Füße.

»Sicher.« Es war schließlich nicht mein Apartment. Ich hatte kein Recht, ihm den Zutritt zu verwehren, und ich schätzte, dass Nathan ihn eingeladen hatte, um zusammen mit uns das Footballspiel zu sehen. Ich konnte Nathan aber nicht fragen, weil er und Kylie in seinem Zimmer gerade so eine Art Versöhnungssex hatten. Kylies aufgeplatzte Lippe hatte Nathan dazu bewogen, sie anzurufen und darum zu betteln, sie sehen zu dürfen, und Kylie hatte mich gezwungen, sie als moralische Unterstützung zu begleiten.

Natürlich hatte ich nichts dagegen gehabt, schließlich wusste ich, dass Tyler hier sein würde.

Aber Grant … mit ihm hatte ich nicht gerechnet. Ohne ihn weiter zu beachten, schloss ich die Tür und ging zurück in die kleine Küche, in der ich zu den Crackern Käsewürfel klein schneiden und Pizzabrötchen aufbacken wollte.

Dummerweise folgte Grant mir. »Wo sind die anderen?«, fragte er.

»Tyler holt Bier, und Kylie und Nathan sind in Nathans Zimmer.«

Grant verzog das Gesicht. »Ist Jessica gar nicht da?«

»Nein.« Mir fielen seine Worte von jenem Abend wieder ein, dass ich den Kuss an Jessica hatte weitergeben sollen. Ich konzentrierte mich darauf, die Pizzabrötchen sorgfältig auf einem Stück Backpapier auszubreiten, das ich in der Schublade unterm Ofen gefunden hatte.

»Hey, pass auf, wegen neulich …«

Na großartig. »Wir müssen nicht darüber reden«, sagte ich. Ich würde alles andere lieber tun als das.

»Ich wollte nur sagen, dass es mir leidtut. Ich war einfach total neben der Spur, und … ich meine … ich dachte, du wolltest … Ich dachte, du hättest meinen Kuss erwidert.«

Er klang so gequält, und das Gespräch war ihm ebenfalls mehr als unangenehm, sodass ich für einen kurzen Moment Mitleid mit ihm hatte. Ich hatte seinen Kuss erwidert. Das konnte ich nicht abstreiten. Als ich ihn jetzt anschaute, wirkte er auf mich noch dünner als sonst. Ich wusste nicht, ob er in den letzten Wochen an Gewicht verloren hatte oder ob es einfach an meiner Wahrnehmung lag, da ich mittlerweile Tylers Anblick gewöhnt war.

»Das hab ich auch«, antwortete ich aufrichtig.



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