Zombie - Dawn of the Dead by George Romero

Zombie - Dawn of the Dead by George Romero

Autor:George Romero [Romero, George]
Die sprache: deu
Format: epub, mobi


7

Nachdem sie einige Minuten lang gebrüllt und gejuchzt hatten, kam Steve plötzlich zu sich. Er schaute sich ernüchtert um und spürte eine Schwäche in den Knien. An der Wirklichkeit hatte sich nichts geändert. Die Untoten drängten sich vor dem Gitter, angelockt durch das Geschrei und Gehopse der drei Männer. Die wandelnden Toten, in jedem Alter, in jeder Größe durch die Gänge taumelnd, hatten alles Individuelle ihrer Menschlichkeit verloren. Manche zeigten noch die furchtbaren Wunden, die ihren Tod hervorgerufen hatten.

Es gab einen älteren, grauhaarigen Mann im Straßenanzug, eine Hausfrau, um die Vierzig, mit Schürze, eine gutgekleidete junge Frau, früher einmal gewiß attraktiv, blond, in Rock und Pullover, vielleicht eine Büroangestellte. Es gab Kinder zwischen zehn und dreizehn Jahren, einen Bauarbeiter mit Bart, einen jungen Farbigen mit Afro-Frisur und Nickelbrille, eine Großmutter mit grauem Dutt. Dazu trieben sich noch einige Männer in Arbeitskleidung vor dem Eingang herum, aber es kam nicht mehr darauf an, was sie im Leben gewesen waren, sie sahen alle grauenhaft aus, teilweise schon in Verwesung begriffen, und ihre Stärke hatte mit ihrem Aussehen nichts zu tun. Die Jüngsten wirkten oft am abstoßendsten, weil viele durch Gewalt gestorben waren, nicht an den Folgen hohen Alters.

Peter hatte Steve davor gewarnt, weich zu werden, wenn ein Kind oder eine alte Frau sich ihm näherten. Sie waren alle gleich gefährlich.

Draußen im Innenhof Hefen einige Untote ziellos herum, aber die meisten strebten dem Kaufhauseingang zu, wo die drei Männer sich alle Mühe gaben, Aufsehen zu erregen.

Auf der Galerie waren die Wesen, die sich dort eingefunden hatten, erneut unterwegs zu Stiegen und Rolltreppen.

Die drei wandelnden Toten, denen Steve im Verwaltungstrakt entkommen war, wankten hinaus in die große Halle. Zwei betraten die Galerie, der dritte tappte in ein offenes Büro, taumelte wieder hinaus und strebte dem Notausgang zu.

Fran, die fast eine Stunde auf Steves Rückkehr gewartet hatte, hörte aus weiter Ferne das Geschrei der Männer, als sie zu der Treppenhaustür ging, die noch offen stand. Sie konnte sich nicht vorstellen, was das Gebrüll bezwecken sollte. Es hörte sich an, als jubelten die drei, und dann kam der erschreckende Gedanke: Was, wenn sie durch die seelische Belastung den Verstand verloren hatten? Oder wenn Steve tot war und Peter und Roger das auf irre Weise feierten? Sie schob diese unsinnigen Gedanken von sich.

Sie trat hinaus auf den Absatz und starrte den dunklen Treppenschacht hinunter. Das Geschrei verstummte plötzlich. Die Stille war noch unerträglicher, und ihre Angst wuchs immer mehr. Sie begann zu zittern, kehrte unschlüssig um, trat wieder hinaus. Sie wußte nicht, wohin sie sich wenden sollte. Wo trieben die drei Männer sich herum? Wie kamen sie dazu, Fran hier oben ganz allein zu lassen? Sie war kein Kind, sie konnte von Nutzen sein, aber die drei dachten nur ans Soldatenspielen.

»Verdammter Mist«, kreischte sie wütend. Sie stieg ein paar Stufen hinunter. Im Dunkeln schien sich etwas zu bewegen. Sie erstarrte, dann fuhr sie herum und stürzte wieder hinauf.

»Scheißdreck, verdammter!« Das Schreien schien zu helfen, ihre Nerven zu beruhigen. Wenigstens hörte sie eine menschliche Stimme, auch wenn es nur ihre eigene war.



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