Mondmythologie und Mondreligion. Eine psychoanalytische Studie by Róheim Géza

Mondmythologie und Mondreligion. Eine psychoanalytische Studie by Róheim Géza

Autor:Róheim, Géza
Die sprache: deu
Format: epub
Tags: Psychoanalyse; Psychoanalysis; Internationaler Psychoanalytischer Verlag; International Psychoanalytic University Berlin; IPU
Herausgeber: Internationaler Psychoanalytischer Verlag
veröffentlicht: 1927-10-14T16:00:00+00:00


die Strafen der Ehelosen im Jenseits ebenfalls auf diejenige Sphäre beziehen sollten, in welcher sie gesündigt haben, nämlich auf die Sexualsphäre. Schon Laistner war auf der richtigen Spur, blieb aber in seiner Nebelmythologie befangen. Er schreibt nämlich: „Die Strafe des Hosenflickens und Latzheilens (Fromm, Ztschr. XI. 355) ist für alte Jungfern ersonnen, welche dabei der irdischen Versäumnis gedenken müssen. Junggesellen sind verurteilt, Beerameisen zu ringeln (siehe oben), d. h. der kleinsten Ameisenart Ringe durch die Rüsseln zu ziehen, wohl mit dem Nebensinn iiifibulare formicabile illud vulvae (vgl. in mhd. herbluot) i. e. cristam.^' ' Wenden wir nun diesen Gesichtspunkt an, so wird uns der Sinn der Strafen bald in allen Einzelheiten als verständlich und determiniert erscheinen. Der Kirchturm (genau wie die Brücke), den die alten Jungfern scheuern, ist ebenso ein typisches männliches Genitalsymbol (vgl. den Bart der Junggesellen in Walles) wie das Sieb, in welchem die Hagestolze Wasser tragen,* nichts anders als eine entjungferte Vagina aufzufassen ist. Auffallend häufig haben wir es mit einem vergeblichen Putzen, Scheuern, Reinmachen zu tun. Hier hilft uns unsere Kenntnis des Traumlebens, Im Traum bedeutet das vergebliche Putzen eines Wasserhahns usw. gewöhnlich die Onanie.'

La Lögende de la Mort chez les Bretons Armoricains. tgoa. 11. 263. — Vgl, Sebillot: Le Folk-Lore de France. 1904. L 145. et passim. — M, Trevelyaii: Folk-Lore and Folk-Stories of Wales, 1909. 48. — E. M. Leather: The Folk-Lore of Herefordsliire. 1012. 56. — E, Macculloch: Guernesey Folk-Lore. 1905. 275 ff, — Gönczi; Göcsej, 1914, 172. — Istvdnffy: Beiträge zum Volk sab er glauben der PaI6czen. Ethnographia. 1892. 354,555, 559- — Ipo'yi: Magyar Mythologia. 1854.361,562. — Berze: Aberglauben und abergläuLische Brauche in BesenyÖtelke, Ethnographia, 1910, 29, — J. Nagy: Märchen und Sagen aus dem Komitat Bics, Ethnographia. 1898. 155. — F. S, KrauB: Slawische Volksforschungen, 1908. 114. „Während des kiu'zen Aufenthaltes im Yama-Rciclie aber konnte die Seele so manches Interessante erspähen; sie gewahrte die Strafe der Sünder, welche in Gruben geworfen wurden, die mit Mist, gefräßigem Ungeziefer oder mit Feuer angefüllt waren, sie sah wie Ehebrecher das rotglühende Abbild eines Weibes umarmen, andere feurig erhitzte Kugeln verschlingen mußten u. dgl, m." — L. Scherman: Materialien lur Geschichte der Indischen Visionsliteratur 1892. 91. — Vgl. M, Landau: Hölle und Pegfeuer in Volksglaube, Dichtung und Kirchenlehre. 1909. 141—180.

il L. Laistner; Nebelsagen. 1879. 229. An anderer Stelle freilich ist es gerade Laistner der auch die „Danaidenarbeit" aus dem Alptraum erklart. „Das Rätsel der Sphinx." 1889. I. 285.

2) Vgl. S. Eitrem: Opferritus und Voropfer der Griechen und Römer. 1915. 306, 307.

3) Die alten Jungfern haben den Boden des Sterzinger Mooses (ihr eigenes Genitale) mit den Fingern abzumessen („fingerln"!) Die Junggesellen salzen Felsblöcke. Über endlose Arbeit im Traum als Onanie siehe V. Tansk: Zur Psychologie des alkoholischen Beschäftigungsdelirs. Zeitschrift. III. 215. Zur sexuellen Bedeutimg des



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