Karl Martell by Mielke Thomas R. P
Autor:Mielke, Thomas R. P. [Mielke, Thomas R. P.]
Die sprache: deu
Format: epub
ISBN: 9783863585662
Herausgeber: Emons
veröffentlicht: 0101-01-01T00:00:00+00:00
24
Bonifatius
Der Rest des Jahres bestand aus Ereignissen, die sich nun schon fast regelmäßig wiederholten. Karl weilte zumeist in Colonia. Aber er ritt auch zur Hirschjagd in die Ardennen und – wenn er für ein paar Stunden oder auch Tage nichts anderes hören oder sehen wollte – gelegentlich hinauf zum Ziegenberg.
Er besuchte Maastricht und Utrecht, ritt auch einmal mit kleinem Gefolge bis nach Metz und kontrollierte Ländereien, die nicht von seiner Stiefmutter in die Ehe mit seinem Vater eingebracht worden waren, sondern noch aus dem Lehen und Geschenken stammten, die sein Ahnherr, der Bischof Arnulf von Metz, vor hundert Jahren vom Merowingerkönig Chlothar II. erhalten hatte.
Karl nutzte die langen Stunden auf den Rücken ihrer schweren Pferde und brachte seinem Ältesten sehr schonend bei, dass der Aufstieg ihrer mächtig gewordenen Familie eigentlich mit Betrug und Verrat begonnen hatte.
Weitere Reisen Karls dienten im Grunde nur dazu, dass er sich sehen ließ. Er nahm an Messen von Bischöfen und Äbten teil, besuchte Kirchen und Klöster und aß auf den Landgütern von Grafen und freien Bauern. Oft hielt er unterwegs an, wenn Bauern oder auch Sklaven am Wegesrand ihre Mützen vor ihm abnahmen und ihre Köpfe senkten. Er sprach mit ihnen ohne Hochmut und Stolz. Gerade bei den einfachen Menschen überall unterwegs benahm er sich schon fast wie ihresgleichen.
Er ließ sich sagen, wo wieder Kirchen oder Klöster gebaut worden waren, wie es den Ehefrauen und den Kindern der anderen Großen ging und was sich dieser oder jener ganz besonders wünschte.
Wer Karl neben seinen eigenen Kindern ebenfalls Freude machte, war Gregor, der Älteste von Alberich. Seinen jüngeren Bruder Haderich hatte er ebenfalls aufgenommen, doch es gefiel ihm nicht, dass dieser Junge etwas zu oft vor den Gebäuden des Kapitols an der südlichen Stadtmauer gesehen wurde. Es hieß sogar, dass er manchmal mit Plektruds eingekerkerten Enkeln redete.
Karl wollte ihn bereits zurechtweisen, doch dann beschloss er, einen anderen Weg zu gehen. Er wartete, bis eines Morgens Gregor zusammen mit Karlmann in den Privatgemächern auftauchte, in denen er mit Chrotrud und Hiltrud wohnte. An diesem Morgen übte er mit seiner Tochter eine besonders schöne Schrift. Hiltrud war inzwischen zu einem schönen Mädchen herangewachsen und konnte viel flüssiger lesen und schreiben als die meisten der jungen Adligen in ihrem Alter. Chrotrud war in den vergangenen Wochen zunehmend stiller geworden. Während alles im Land um sie herum wuchs, blühte und gedieh, kränkelte sie immer auffälliger. Stets zog sie sich zurück, sobald sie ihn morgens kurz begrüßt hatte, und ließ ihn mit seinen Dingen allein.
Er war jetzt vierunddreißig Jahre alt, sie selbst nur zwei Jahre jünger. Als sie sich kennenlernten, hatten Karls Stiefbrüder Drogo und Grimoald noch gelebt. Sie waren es, die zusammen mit ihrem Vater und ihrer starken Mutter alles Geschehen bestimmten. Später, als er mit den anderen Männern des Hofes ausritt, hatte sie ihn auch nicht sehr oft gesehen. In diesen Jahren war er zumeist bei den Pferden gewesen, bei Pippins Waffenschmieden und in den Tavernen der Städte, in denen Händler und Krieger bei Wein und Bier mit ihren Taten und Erfolgen prahlten.
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