Katrin Sandmann 05 - Schwanenlied by Klewe Sabine

Katrin Sandmann 05 - Schwanenlied by Klewe Sabine

Autor:Klewe, Sabine [Klewe, Sabine]
Die sprache: deu
Format: epub
veröffentlicht: 2018-11-15T00:00:00+00:00


*

Dieter Mäder schob die Gardine zur Seite und äugte aus dem Fenster. Tatsächlich, die Bullerei lief beim Klaus auf, und zwar mir drei Streifenwagen. Er verrenkte sich den Hals, konnte aber nicht sehen, was an der Haustür vor sich ging. Gittas dämliche Rosenstöcke waren im Weg.

Verfluchter Mist, irgendwer aus dem Dorf hatte also gequatscht. Bestimmt die alte Henk. Die konnte nie ihre Klappe halten, auch wenn das meiste, was sie erzählte, keinen Sinn ergab. Wie gut, dass er vorgesorgt hatte. So schlau wie diese Hampelmänner war er schon lang. Mäder kniff die Augen zusammen. Gestalten in Uniform kamen um die Hausecke, sie bewegten sich auf die alte Scheune zu. Wenn nur Klaus nicht vor Angst in die Hose pinkelte! Dieser Schlappschwanz war ein echtes Risiko. Vermutlich wäre es am besten gewesen, das Ganze allein durchzuziehen. Andererseits hatte er nicht die geringste Lust, den Kopf für die anderen beiden hinzuhalten. Die hingen genauso mit drin.

Mäder drückte sich die Nase an der Scheibe platt. Die großen Flügel des Scheunentores öffneten sich. Er feixte. Diese Idioten würden nichts finden. Ganz so dämlich war er ja nun doch nicht.

»Was ist denn da los?«, fragte Gitta näselnd. Er hatte sie gar nicht hereinkommen hören.

»Die Bullen durchsuchen den Hof vom Klaus.«

»Warum das denn? Hat er was ausgefressen?«

»Was weiß ich«, brummte Mäder. »Ich glaube, die suchen den Unfallwagen. Du weißt schon, die Frau, die angefahren wurde. Die haben doch überall rumgefragt, ob jemand einen alten Kadett fährt. Und der Klaus hat, glaub ich, noch so ’ne alte Kiste in der Scheune stehen.«

»Ach wirklich? Das wusste ich gar nicht.« Gitta reckte ihren faltigen Hals und blinzelte kurzsichtig nach draußen.

»Ja, angeblich haben sie anhand von irgendwelchen Plastikteilen das Modell identifiziert.«

»Na so was.« Gitta richtete sich wieder auf und strich sich die Frisur zurecht. »Sieht so aus, als hätten sie keinen Wagen in der Scheune gefunden.«

»Dann müssen sie wohl wieder abziehen. So ein Pech.« Mäder beobachtete, wie die Uniformierten in die Autos stiegen. Ein Beamter in Zivil stand noch draußen und unterhielt sich mit Klaus. Zu dumm, dass man auf die Entfernung die Gesichter nicht erkennen konnte. Jetzt zog der Polizist ein Handy aus der Tasche. Er drehte sich von Klaus weg, während er telefonierte. Es dauerte einige Minuten, dann verabschiedete er sich und ging zu einem der Streifenwagen. Er klopfte an, der Kollege ließ das Seitenfenster herunter, der Beamte sprach mit ihm. Bestimmt ordnete er den Rückzug an.

Endlich rollten die drei Autos vom Hof. »Auf Nimmerwiedersehen«, murmelte Mäder. Er drehte sich zu Gitta um, doch die war nicht mehr im Zimmer. Also wandte er sich wieder dem Fenster zu.

Die Polizeiwagen fuhren im Schneckentempo über die Dorfstraße. Meine Güte, und dafür wurden die auch noch bezahlt! Bestimmt hatten diese Clowns in Uniform keinen Bock, früher als nötig an ihren Schreibtisch zurückzukehren. Faules Pack. So einen Luxus konnte er sich nicht erlauben. Es wurde Zeit, dass er zurück ins Sägewerk fuhr, die Mittagspause dauerte schon viel zu lang.

Gerade wollte Mäder die Gardine zurückgleiten lassen, als er irritiert innehielt. Die Bullen bremsten genau vor seinem Haus.



Download



Haftungsausschluss:
Diese Site speichert keine Dateien auf ihrem Server. Wir indizieren und verlinken nur                                                  Inhalte von anderen Websites zur Verfügung gestellt. Wenden Sie sich an die Inhaltsanbieter, um etwaige urheberrechtlich geschützte Inhalte zu entfernen, und senden Sie uns eine E-Mail. Wir werden die entsprechenden Links oder Inhalte umgehend entfernen.