Taranee: Zeiten des Zweifels (German Edition) by Kristin B. Sword

Taranee: Zeiten des Zweifels (German Edition) by Kristin B. Sword

Autor:Kristin B. Sword [Sword, Kristin B.]
Die sprache: deu
Format: epub
veröffentlicht: 2014-05-31T00:00:00+00:00


Die LOKALKOLOR!T druckte kein Interview mit Dr. Baum.

Und ein paar Tage nach seinem Besuch erreichte Tara tatsächlich ein Schreiben des Dr.-Baum-Instituts: Sowohl die Becker-Kinder als auch Noah und Kai waren angenommen worden.

Tara überlegte lange, ob sie die Zusage nutzen sollte. Doch letztlich wäre es kindisch gewesen, den Kindern aufgrund einer persönlichen Aversion ihre Zukunft zu verbauen. Wenn sie in Dr. Baum an jenem Abend nur den leisesten Funken Reue entfacht hatte, so war es gewiss nicht verwerflich, das auszunutzen.

Am Donnerstagnachmittag hatten Noah, Kai und Paula Kinderturnen, und so setzte Tara ihren Entschluss vom vorigen Sonnabend um und überredete Marianne zunächst zu einem Friseurbesuch.

Tara wollte vor ihrem Aufbruch eigentlich nur noch mal für kleine Mädchen gehen, als sie unversehens in eine Auseinandersetzung zwischen Niklas und Daniela stolperte.

»Was sollte das denn vorhin mit dieser Saftnase?«, polterte Niklas gerade, als Tara an der einen Spalt breit geöffneten Badtür angelangt war.

»Von welcher Saftnase sprichst du?«

»Du weißt ganz genau, von wem ich spreche. Ich habe doch gesehen, wie du und Marlon euch eben im Garten abgeschlabbert habt!«

»Das war doch nur ein Kuss.«

Zwischen Niklas’ dünnen Brauen hatte sich eine hässliche Falte gebildet. »Klar, und jetzt gehst du gleich zurück zu ihm in unser Kinderzimmer und ihr macht nur ein bisschen rum.«

»Mensch, was ist denn los mit dir? Ich erkenne dich gar nicht mehr wieder seit ein paar Tagen.«

»Nein, ich erkenne dich nicht wieder.« Er schnaubte. »Vor kurzem hast du noch gesagt, du liebst mich und alle anderen Jungs sind total doof.«

»Das tue ich ja auch. Du bist mein allerliebster Bruder und daran ändert Marlon doch nichts.«

»Aber du hast nie gesagt, dass du mich nur als deinen Bruder liebst.«

»Nein, weil ich gedacht habe, das wäre dir klar.« Daniela rang die Hände. »Alles andere wäre doch abnormal!«

»Na super, dann bin ich jetzt also schon abnormal.«

Der verzweifelte Unterton in seiner Stimme tat selbst Tara weh.

»So meinte ich das nicht. Aber du musst doch einsehen, dass das nicht geht.«

Daniela versuchte, ihm begütigend die Hand auf den Arm zu legen, doch er schlug sie weg.

»Komm mir nicht zu nahe, du falsche Schlange. Gar nichts muss ich einsehen. Und dich will ich auch nicht mehr sehen.«

Fluchtartig verließ er das Bad, prallte unsanft gegen Tara und rannte mit wildem Entsetzen im Blick weiter.

Tara ließ eine verstörte Daniela zurück und folgte Niklas nach draußen. Behutsam setzte sie sich auf die Schaukel neben ihm. »Willst du darüber reden?«

»Nein, geh weg.«

Sie schwieg eine Weile und wog ab, ob sie ihm gegenüber ihre Gefühle für Jonas aussprechen konnte.

»Weißt du«, sagte sie schließlich, »ich verstehe dich besser, als du denkst. Ich bin seit Jahren in einen Mann verliebt, von dem ich dachte, dass er mich nur als seine Schwester sieht.«

»Du sprichst von Jonas, ja?«

Sie zögerte einen Moment. »Ja.«

»Dann verstehst du mich kein bisschen. Jonas ist nicht mit dir verwandt. Das Einzige, was dir im Weg steht, bist du selber, weil du nicht rechtzeitig mit ihm gesprochen hast.« Grimmig rammte er seine Schuhspitzen in den festgetretenen Boden. »Aber Dani und ich, wir dürfen gar nicht zusammen sein.«

»Aber ich wollte doch nur –«

»So tun, als ob du mich verstehst? Spar dir das.



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