Sohn der Dunkelheit by Ward J. R

Sohn der Dunkelheit by Ward J. R

Autor:Ward, J. R. [Ward, J. R.]
Die sprache: deu
Format: epub
Tags: Paranormal
ISBN: 9783641113490
Google: DSdAAAAAQBAJ
Herausgeber: Heyne Verlag
veröffentlicht: 2014-03-09T23:00:00+00:00


25

»Selbstverständlich kannst du ihn besuchen. Er ist erschöpft, aber bei Bewusstsein.«

Als Doc Jane ihn anlächelte, zog Qhuinn seine Hose hoch und stopfte das ärmellose Shirt hinein. Doch damit genug. Seine Haare würde er nicht glatt streichen, auch wenn es ihn noch so sehr in den Fingern juckte.

»Und er wird sich erholen?«

Die Ärztin nickte und nahm den Mundschutz ab, der um ihren Hals baumelte. »Wir mussten ihm die Milz entnehmen, damit war die innere Blutung gestillt. Außerdem haben wir ihn gründlich untersucht. Soweit wir es beurteilen können, war er in diesem Ölfass in einer Art Stasis. Durch das Blut von Omega wurde er konserviert, trotz seiner Verletzungen. Hätte man ihn herausgeholt, wäre er bestimmt gestorben.«

Der Fluch bewirkt ein Wunder, dachte Qhuinn.

»Und er ist nicht kontaminiert?«

Jane zuckte die Schultern. »Sein Blut ist rot, und niemand kann etwas von Omega bei ihm erspüren – er war von dem Zeug umgeben, aber nicht durchdrungen.«

»Okay. In Ordnung.« Qhuinn schielte zur Tür. »Gut.«

Zeit, da reinzugehen, dachte er. Auf geht’s …

Seine Augen suchten Blay. Während der vierstündigen Operation hatte sein Freund mehrere Rauchpausen in der Tiefgarage eingelegt. Aber er war jedes Mal zurückgekehrt.

Mann, er sah verbissen aus.

Seit V aus dem OP geplatzt war und sie unterbrochen hatte … tja.

Was für ein Timing.

»Ich gehe jetzt rein«, meinte er.

Aber erst als Blay nickte, öffnete er die Tür.

Als Erstes empfing ihn der antiseptische Geruch, den er mit Verletzungen aus Kämpfen assoziierte, dann das leise Piepsen von der Transportliege in der Mitte des Raums aus und das Klappern von Ehlena, die Daten in den Computer eingab.

»Ich lass euch beide allein«, sagte sie freundlich und stand auf.

»Danke«, antwortete er leise.

Als die Tür sich hinter ihr schloss, stopfte Qhuinn sein Hemd noch einmal in die Hose, obwohl es gar nicht nötig war. »Luchas?«

Während er auf eine Antwort wartete, sah er sich um. Die Überreste der Operation, die blutigen Mullkompressen, die benutzten Instrumente, die Plastikschläuche, alles war fort – nur der reglose Körper unter den weißen Laken und eine vollgestopfte rote Mülltüte, auf der das Symbol für biologische Gefahrenstoffe abgebildet war, zeugten von den vergangenen Stunden.

»Luchas?«

Qhuinn trat ans Bett und blickte nach unten. Mann, er hatte normalerweise keine Kreislaufprobleme, aber als er das ausgemergelte Gesicht seines Bruders sah, drehte sich plötzlich alles, und ein leichter Schwindel ließ ihn erkennen, wie groß er war – und wie tief er zu fallen hatte.

Luchas’ Lider öffneten sich zitternd.

Grau. Luchas’ Augen waren beide grau gewesen, und sie waren es noch immer.

Qhuinn langte hinter sich und zog einen kleinen Drehstuhl heran. Als er sich setzte, wusste er nicht, wohin mit seinen Armen, seinen Händen … seiner Stimme.

Er hatte nicht erwartet, jemals wieder ein Familienmitglied zu sehen. Und das war schon vor den Plünderungen so gewesen, als man ihn rausgeschmissen hatte.

»Wie geht es dir?« Was für eine bescheuerte Frage.

»Er hat mich …«

Qhuinn beugte sich zu seinem Bruder hinab, aber seine schwache, heisere Stimme war verdammt leise. »Was?«

»Er hat mich … am Leben gehalten …«

»Wer?«

»… deinetwegen.«

»Von wem redest du?« Schwer vorstellbar, dass Omega einen Rachefeldzug gegen …

»Lash …«

Beim Klang dieses Namens kräuselte sich seine Oberlippe und entblößte seine Fänge.



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