Schwestern des Mondes 05 - Katzenkrallen by Yasmine Galenorn

Schwestern des Mondes 05 - Katzenkrallen by Yasmine Galenorn

Autor:Yasmine Galenorn [Galenorn, Yasmine]
Die sprache: deu
Format: epub
Tags: Frei - Fantasy
Herausgeber: korrigiert - Scan
veröffentlicht: 0100-12-31T23:00:00+00:00


KAPITEL 15

Vanzir wirkte ungeduldig, während wir die Situation erklärten. Ich zupfte an meiner Jacke herum. Der Traumjäger gab sich zwar große Mühe, sich anzupassen, aber die Tatsache, dass er ein reiner Dämon war, blitzte auf vielerlei Weise hervor und machte mich nervös.

Und damit war ich nicht allein.

Ehe wir ins Auto gestiegen waren, hatte Camille mir anvertraut, dass der Dämon, der aussah wie ein Rocker im Heroin-Chic, ihr unheimlich war, obwohl er durch einen Eid an uns gebunden war. Aber wir brauchten jegliche Hilfe, die wir kriegen konnten, und da durfte man eben nicht wählerisch sein. Vor allem, wenn Schattenschwinge es auf einen abgesehen hatte. Vanzir wusste zu viel über uns, als dass wir ihn hätten freilassen können.

Wir verheimlichten ihm eine ganze Menge, aber da er ständig in unserer Nähe war, bekam er vieles auch einfach so mit.

Ich versuchte, meine Nervosität abzuschütteln und mich auf unser Ziel zu konzentrieren.

Da nun schon alle über die Brücke waren, übernahm Roz die Führung. Wir folgten ihm den immer schmaleren Grat entlang, der einen Pfad darstellen sollte. Wir gingen in die entgegengesetzte Richtung von der Klippe, auf der wir der Berglöwin begegnet waren.

Ich blickte gerade rechtzeitig über die Schulter zurück, um sie zu sehen - sie beobachtete uns hinter einem Gebüsch hervor. Nun öffnete sie das Maul, als wollte sie etwas sagen, doch selbst meine scharfen Ohren vernahmen nichts außer dem rauschenden Bach unter uns und den leisen Stimmen von Camille und Morio, die sich raunend unterhielten.

Wir alle konnten im Dunkeln sehen, zumindest einigermaßen, doch Roz bestand darauf, dass wir ein langsames Tempo anschlugen. Er hielt einen langen Stock in der Hand und klopfte damit den Boden vor uns ab. Wir könnten uns an großen Steinen auf dem Pfad die Knöchel verstauchen oder in Schlaglöcher treten oder vieleicht sogar auf eine Klapperschlange stoßen, obwohl man die eher auf der Ostseite der Kaskadenkette fand.

Aber in den Bergen wusste man ja nie.

Ich entdeckte einen schwachen Umriss in tieferem Schwarz. Rechts vor uns war eine Höhle in die Felswand eingegraben, und wir hielten direkt auf die finstere Öffnung zu. Als wir näher heran waren, bekam ich eine Gänsehaut, und die Haare sträubten sich mir im Nacken.

Camille flüsterte: »Ich kann sie spüren. Irgendwelche Geister. Die Luft ist mit Energie schon völlig überladen, und ich weiß nicht, was passiert, wenn ich jetzt die Macht der Mondmutter herabrufe.«

»Versuch es gar nicht erst. Außer es wäre unbedingt notwendig«, sagte Smoky, der sie mit einer Hand im Rücken sacht voranführte. Der Anblick der beiden machte mich plötzlich traurig. Chase sollte jetzt hier sein; Chase sollte sich um mich sorgen, statt mit seiner Ex herumzumachen.

Zachary schien meine Stimmung zu spüren. Er legte mir sacht eine Hand auf die Schulter und flüsterte: »Keine Sorge. Wir beide geben schon aufeinander acht. Okay?«

Ich fühlte mich ein bisschen besser und lächelte ihn an, während ich mich fragte, was zum Teufel ich eigentlich wirklich wollte. Aber dies war nicht der richtige Zeitpunkt für Selbstmitleid. Wir waren schon beinahe da, und ich schuldete es den anderen, ganz bei der Sache zu sein.



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