Schule der Liebe by Gaston

Schule der Liebe by Gaston

Autor:Gaston [Gaston]
Die sprache: deu
Format: epub
veröffentlicht: 2012-06-12T17:30:14+00:00


„Und ich soll nach Mayfair gehen, ins Haus dieser Dame?"

Sloanes Augen verengten sich. „Ich könnte auch die ganze Gruppe hierher zu dir bringen."

„Nein!", rief sie. „Ich möchte nach Mayfair eingeladen werden. Aber sag, Cyprian, wie viel will sie mir dafür bezahlen?"

Er drohte ihr mit dem Finger. „Dass du sie nicht betrügst, Penny, sonst bekommst du es mit mir zu tun. Wenn du die Mädchen unterrichtest, sind deine Schulden bei mir beglichen. Das sollte genügen."

Sie lächelte, und mit dem Glitzern in ihren Augen sah sie beinahe wieder wie das ehrgeizige und schöne junge Freudenmädchen aus, als das er sie zehn Jahre zuvor kennengelernt hatte. „Ich gebe zu, ich hätte es auch umsonst getan. Das wird sicher ein herrlicher Spaß!"

"Aber ich warne dich, du darfst keiner Menschenseele davon er-zählen", schärfte Sloane ihr ein.

„Sonst bekommst du es wirklich mit mir zu tun."

Am darauffolgenden Tag schickte Sloane Morgana frühmorgens eine Nachricht, dass er um elf Uhr eine Lehrerin zu ihr bringen würde.

Morgana und Miss Moore verbrachten den Morgen damit mit den Mädchen das Knicksen zu üben, doch Morgana konnte an nichts anderes denken, als dass Sloane sie besuchen würde — mit der Lehrerin, selbstverständlich.

Bald schlug es elf, aber es vergingen noch weitere, quälend lange zehn Minuten, bis Cripps hereinkam und meldete, Mr. Sloane und „eine Frau" warteten im Salon.

„In Ordnung, Cripps." Morgana eilte aus dem Zimmer Ihre Großmutter und Miss Moore ließ sie bei den Mädchen zurück. Vor Sloane brauchte sie nicht so zu tun, als hätte sie stets eine Anstandsdame um sich.

Als sie den Salon betrat, wandte er sich ihr zu. Er trug einen äußerst eleganten taubengrauen Frackrock, dazu eine dunkelblaue Weste und hellgraue Hosen. Und er sah so gut aus, dass es Morgana schier die Sprache verschlug.

„Morgana." Er trat beiseite, damit sie einen Blick auf die Frau werfen konnte, die er mitgebracht hatte. ;,Darf ich dir Madame Bisou vorstellen?"

Die Frau in dem schlichten braunen Kleid mit passendem Spenzer sah durchaus anständig aus. Ihr flammend rotes Haar, das unter einem unauffälligen Hut hervorlugte, war der einzige Hinweis darauf, welches Gewerbe sie ausübte.

„Madame Bisou." Morgana streckte ihre Hand aus. „Ich danke Ihnen, dass Sie gekommen sind."

Die Frau musterte Morgana aufmerksam, während sie ihr die Hand schüttelte. „Allmählich verstehe ich, wieso du mich um diesen Gefallen gebeten hast, Cyprian", bemerkte sie mit einem vielsagenden Blick auf Sloane.

Er lief rot an, und Morgana beeilte sich zu versichern: ,,Mr. Sloane hat mir diesen Freundschaftsdienst nur geleistet, weil ich ihm keine andere Wahl gelassen habe, Madame." „Keine andere Wahl!", rief Madame Bisou. „Als ob Cyprian jemals etwas täte, was er nicht will."

Sie stemmte die Hände in die Hüften. „Also, wofür benötigen Sie meine Hilfe?"

Morgana ließ ihre Gäste Platz nehmen und schilderte die Situation.

Als sie fertig war, glitzerten Madame Bisous Augen. „Ich kann Ihren Mädchen leicht beibringen, wie man anziehend auf Männer wirkt. Darin habe ich einige Erfahrung, nicht wahr, 'Cyprian?"

Sloane erwiderte ihren Blick mit einem ironischen Funkeln. „Allerdings, Penny."

Madame Bisou schnitt ihm eine Grimasse, und Morgana durchfuhr zu ihrem Schreck die Erkenntnis, dass diese Frau früher einmal ein intimes Verhältnis mit Sloane gehabt haben musste.



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