Robotham, Michael - O'Loughlin 06 by es tut dir leid Sag

Robotham, Michael - O'Loughlin 06 by es tut dir leid Sag

Autor:es tut dir leid Sag [Sag, es tut dir leid]
Die sprache: deu
Format: azw3, mobi
veröffentlicht: 0101-01-01T00:00:00+00:00


26

»Seit heute Morgen um sechs haben wir fünfhundert Anrufe bekommen«, sagt Drury und starrt aus dem Wagenfester. »Jeder Einzelne muss festgehalten, nach Wichtigkeit eingestuft und weiterverfolgt werden … Ich bin ja sehr für die Unterstützung der Öffentlichkeit, aber wir kriegen Anrufe von jedem Spinner, Gutmenschen und angepissten Steuerzahler, der seinen Nachbarn auf dem Kieker hat.«

»Wer hat die Nachrichtensperre durchbrochen?«

»Hayden McBain hat seine dreißig Silberlinge von der Sun genommen.«

»Irgendwann wäre es sowieso durchgesickert.«

Drury schüttelt angewidert den Kopf und schweigt einen Moment. Sein Job ist sehr viel schwieriger geworden. Die Leute haben Angst. Eltern wollen beruhigt werden und verlangen eine schnelle Lösung. Die Medien werden Antworten fordern, Fortschritte, tägliche Pressekonferenzen. Scheitern wird Konsequenzen haben.

Die Straße nach Bingham ist völlig verstopft, Abgasdämpfe steigen in die kalte Luft. Drury sagt Grievous, er soll die Sirene einschalten. Die Autos bilden eine Gasse für das Zivilfahrzeug der Polizei.

Sarah Hadleys Worte gehen mir immer noch im Kopf herum. Drei Jahre lang hat sie der Kummer beschäftigt und gestützt. Die Neuigkeit über Natasha hat ihr nicht den Glauben zurückgegeben, sondern Zweifel ausgelöst.

»Ich möchte Sie etwas über Vic McBain fragen«, sage ich.

Der DCI dreht sich zu mir um. »Was ist mit ihm?«

»Nelson Stokes behauptet, er hätte gesehen, wie Natasha ihren Onkel auf dem Vordersitz seines Wagens geküsst hat, und nicht nur ein Küsschen auf die Wange. Er sagt, das habe er der Polizei auch erzählt, doch in seiner Aussage finde ich keinen Hinweis darauf.«

Drury kaut auf meiner Frage herum und überlegt, wie viel er sagen soll.

»Wir haben uns Vic McBain genau angesehen«, erklärt er der Windschutzscheibe. »Sie wissen ja, wie das läuft. Wenn ein Kind verschwindet oder ermordet wird, gucken wir uns zuerst die Familie und dann die Freunde an. In neunzig Prozent der Fälle liegen wir mit dem Verdacht richtig.«

»Warum taucht die Beschuldigung nicht in Stokes’ Aussage auf?«

»McBain hat gedroht, die Polizei zu verklagen, wenn irgendjemand die Behauptung wiederholen würde.«

»Wurde den Anschuldigungen nachgegangen?«

»Selbstverständlich.«

»Es stimmt also nicht …«

»Er hat Natasha unangemessene Geschenke gemacht«, unterbricht Drury mich.

»Was für Geschenke?«

»Bikinis, Alkohol, Kondome.«

»Nicht die Dinge, die ein Onkel seiner Nichte üblicherweise schenkt.«

»Ich habe Vic McBain vor drei Jahren erlebt. Er hätte die Stadt auf den Kopf gestellt, um Natasha zu finden. Außerdem hatte er für den Morgen, an dem die Mädchen verschwunden sind, ein Alibi.«

»Und was ist mit dem Abend des Schneesturms?«

Drury verliert die Geduld. »Wenn Sie neue Informationen haben, Professor, raus damit, aber nerven Sie mich nicht mit Ihren Fragen. Für Ratespielchen habe ich keine Zeit.«

»Sarah Hadley hat gesagt, sie hätte mit einem Medium gesprochen – irgendeine Frau, die Vic McBain ihr vorgestellt hat. Dieses Medium hat behauptet, Natasha und Piper würden irgendwo gegen ihren Willen festgehalten. ›Unter der Erde, aber kein Teil von ihr‹, wie sie sich ausdrückte.«

»Erzählen Sie mir nicht, dass Sie an diese Wahrsagerscheiße glauben. Wissen Sie, wie viele Medien und Geisterseher sich bei uns gemeldet haben? Dutzende.«

»Aber in diesem Fall könnte es anders sein. Dieses Medium hat einen Schornstein oder eine Windmühle gesehen. Der Pathologe hat Spuren von Schwermetallen an Natashas Kleidung gefunden. Was, wenn Vic McBain



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