Echo Boy by Haig Matt

Echo Boy by Haig Matt

Autor:Haig, Matt [Haig, Matt]
Die sprache: deu
Format: epub
Tags: Roman
ISBN: 9783423430135
Herausgeber: Deutscher Taschenbuch Verlag
veröffentlicht: 2016-12-10T16:00:00+00:00


ZEHN

Das war der Moment, in dem der Boden sich öffnete. Quadratische blaue und orangefarbene Rasenflächen klappten hoch und enthüllten Falltüren im Boden um uns herum.

»Die Hunde sind los«, sagte Daniel und ließ meinen Arm los.

»Hunde?« Aber noch bevor Daniel es mir erklären konnte, erinnerte ich mich an Onkel Alex’ Worte.

»Echo-Hunde.«

Natürlich.

Und schon kamen sie aus ihren Zwingern und pirschten über das Gras. Sie sahen aus wie Dobermänner, waren aber mit Titan gepanzert und hatten leuchtend rote Augen.

»Geh weg von mir«, brüllte Daniel beinahe wütend. »Wenn du Abstand zu mir hältst, tun sie dir nichts. Sie wollen nur mich. Vertrau mir.«

Ich wich gehorsam zurück.

»Wolltest du mich denn auch töten?«, fragte ich ihn, immer noch verunsichert. »War das dein Plan? Wegen Alissa? Sie hat meine Eltern getötet!«

»Nein. Das war nicht sie. Nicht wirklich.«

Die Hunde umzingelten Daniel. Es waren vier Echo-Hunde, die ein einstimmiges synthetisches Knurren von sich gaben. Madara musste Onkel Alex von unserer Flucht erzählt haben. Und er hatte die Hunde auf uns gehetzt.

»Was redest du denn da? Ich habe das Video gesehen. Außer ihr war niemand im Haus. Sie hat sie getötet.«

»Du hast mich falsch verstanden«, sagte er schnell. »Ja, sie hat sie getötet. Aber ich habe dir ja schon gesagt, dass es keine Fehlfunktion war. Sie war keine normale Echo. Das haben deine Eltern zwar geglaubt, aber es war nicht so. Sie war ein Prototyp für Sempura … Rosella erschafft nur Prototypen. Einzelne Echos. Testversionen.«

Irgendwas daran konnte nicht stimmen. »Designer arbeiten aber ausschließlich für eine bestimmte Firma. Das weiß jeder.«

»Du verstehst es immer noch nicht. Rosella ist die beste Designerin der Welt. Und sie ist ein guter Mensch, zumindest hat sie versucht, ein guter Mensch zu sein. Das Problem war, dass dein Onkel …«

Ein Echo-Hund stürzte sich auf Daniel und biss ihn ins linke Bein.

Ich sah seine spitzen, glänzenden Titanzähne, die Reißzähne waren so dünn und lang wie Nadeln. Diese Nadeln bohrten sich in Daniels Fleisch. Ein weiterer Hund biss ihn ins rechte Bein. Ein dritter sprang ihn mit enormer Wucht an, warf ihn zu Boden und hielt ihn dort fest.

Daniel schaute mich mit müden Augen an. Die Hunde hatten ihm irgendetwas mit ihren Reißzähnen gespritzt. »Such Rosella«, sagte er, bevor der dritte Hund seine Zähne in seinem Hals versenkte.

Er schaffte noch drei letzte Worte – »Vergiss es nicht …« –, dann wurde er bewusstlos. Ein Schlaf, tiefer als die tiefste Ohnmacht. Als die Echo-Hunde in Richtung Haus gerannt waren – sie hatten sicherlich per Fernsteuerung den Befehl erhalten, den Echos und der Polizei bei der Ausschaltung der letzten Demonstranten zu helfen –, kniete ich neben Daniel nieder und musterte ihn. Seine sichtbarste Wunde war der Schnitt in seiner Handfläche, aus dem immer noch Blut auf den Rasen tropfte. Auf seiner Wange klaffte eine Platzwunde, wo der Stein ihn getroffen hatte. Die Hundebisse waren nur winzige dunkle Punkte wie von Injektionen oder Vampirbissen.

Ich hatte keine Angst mehr vor ihm. Es war unmöglich, Angst vor jemandem zu haben, der bewusstlos vor einem auf dem Boden lag. Mir wäre es sogar viel lieber gewesen, er wäre aufgewacht.



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