02 Und morgen du by Stefan Ahnhem

02 Und morgen du by Stefan Ahnhem

Autor:Stefan Ahnhem [Ahnhem, Stefan]
Die sprache: deu
Format: epub
Tags: Fiction, Thrillers, Psychological, Mystery & Detective, Police Procedural, General, Political
ISBN: 9783843709286
Google: VLuEAwAAQBAJ
Herausgeber: Ullstein Ebooks
veröffentlicht: 2014-09-11T22:00:00+00:00


Kapitel 50

Durchs Fenster betrachtete Dunja Hougaard den rosafarbenen Himmel mit den golden schimmernden und wie hingetupft wirkenden Wölkchen. Sie lag in ihrer Zweizimmerwohnung über dem Café Blågårds Apotek am Blågårds Plads auf dem Sofa und stellte wieder einmal fest, dass genau dieses alte Sofa, das sie von ihrer Großmutter geerbt hatte, und genau dieses Fenster in dieser Wohnung der schönste Ort auf der ganzen Welt war. Wenn die Sonne schien, strahlte sie herein. Wenn es regnete, prasselte der Regen an die Scheibe.

Sie wandte sich wieder den Listen der Arbeitszeiterfassung zu und ging sie ein zweites Mal durch. Diesmal langsam und systematisch. Falls sie etwas Interessantes enthielten, würde sie es finden. Sie markierte alle, die sich angemeldet hatten, mit einem Farbstift, sobald sie die Abmeldung gefunden hatte. Falls Sleizner sich mit einer fremden Identität ausgeloggt hatte, würde sie es merken. Sie entdeckte jedoch keine Unregelmäßigkeit. Niemand hatte sich mehr als einmal abgemeldet, und es hatte sich auch niemand abgemeldet, ohne sich vorher angemeldet zu haben. 11:43 Uhr war er eingetroffen, um 22:46 Uhr hatte er das Haus verlassen. Für einen Freitag war das zwar ein recht langer Arbeitstag, aber an und für sich nichts Ungewöhnliches.

Leider.

Sie legte den Papierstoß beiseite und sah aus dem Fenster. Weit oben sah sie ein blinkendes Flugzeug, das zur Landung ansetzte. Sie fragte sich, wie ein Fallschirmsprung wäre. Einfach die Seitentür des Flugzeugs aufreißen und sich ins Unbekannte stürzen. Irgendwann würde sie es ausprobieren. Das hatte sie sich selbst zum dreißigsten Geburtstag versprochen.

Und nun war sie schon fünfunddreißig.

Was war mit den Notausgängen? Hatte er vielleicht einen von denen benutzt? Sie schnappte sich die Listen, suchte die Aufzeichnungen vor 17:33 Uhr heraus, dem Zeitpunkt, zu dem er sich in der Lille Istedgade aufgehalten haben sollte, und ging alles ein drittes Mal durch. Diesmal fand sie, wonach sie die ganze Zeit gesucht hatte.

16:27 Uhr – Not 23 A.

16:28 Uhr – Not 11 A.

Es war genau so, wie sie vermutet hatte. Der Widerling hatte das Haus über die Notausgänge im Treppenhaus A verlassen. Vermutlich hatte er dafür gesorgt, dass die Türen einen Spalt offen blieben, damit er später auf demselben Weg wieder hereinkommen und sich anschließend um 22:46 Uhr mit seiner Karte ausloggen konnte. Es stimmte also. Er hatte das Polizeigebäude verlassen, um möglichst unbemerkt in der Lille Istedgade etwas zu erledigen, das ihn vermutlich davon abgehalten hatte, ans Handy zu gehen.

Plötzlich klingelte ihr eigenes. Sie warf einen Blick auf das Display.

Eine unbekannte Nummer.

»Hallo?«

»Hey, ich bin es. Ich wollte mal fragen, ob es okay wäre, wenn ich jetzt zu dir rüberkomme und dich flachlege?«

Dunja fing lauthals an zu lachen. »Gerne! Wenn du ihn hochkriegst!«

»Keine Sorge. Ich bring dir einen Faschingsschnurrbart und eine Glatzenperücke mit.«

»Super, dann hätten wir ja alles geklärt.«

»Hast du eigentlich schon das Ekstra Bladet gelesen?«

»Nein, wieso?«

»Guck es dir selbst an.«

Dunja schaltete ihr iPad ein und ging auf die Webseite des Ekstra Bladet.

KOPENHAGENS POLIZEICHEF HAT GELOGEN!

Kim Sleizner hat die Unwahrheit gesagt, als er behauptete, die schwedische Polizei habe ihn nicht angerufen. Das Ekstra Bladet hat aufgedeckt, dass er sich zum Zeitpunkt des Anrufs von der schwedischen Polizei in der Lille Istedgade befand.



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