Die Bucht der schwarzen Perlen by Heinz G. Konsalik

Die Bucht der schwarzen Perlen by Heinz G. Konsalik

Autor:Heinz G. Konsalik
Die sprache: de
Format: mobi, epub
veröffentlicht: 2010-10-28T17:51:53.687000+00:00


***

Am elften Tag seines Aufenthaltes in Papeete erhielt Ron im Hotel einen Anruf von Charles Bouchet.

»Das hat Mühe gekostet«, sagte Bouchet ohne Einleitung am Telefon. »Aber nun macht er mit.«

»Wer?«

»Keine Namen, Ron! Sie bekommen sechs Schnellfeuergewehre mit 1.200 Schuß Munition, Stahlmantelgeschossen, und eine Maschinenpistole, Marke Kalaschnikow, mit 2.000 Schuß Munition. Na, was sagen Sie nun?«

»Gratuliere, Charles. Das haben Sie fabelhaft gemacht. Aber warum eine Kalaschnikow?«

»Die ist am häufigsten im Handel und soll zudem noch die Beste sein. Ich habe von diesen Dingen überhaupt keine Ahnung. Aber unser Mann sagte, daß man sie in den Dreck werfen könnte und sie schösse noch immer, wo andere Maschinenpistolen kläglich verreckten.«

»Preis?«

»Na ja, unser Mann ist nicht bescheiden. Er weiß, was seine Ware wert ist. Aber das war uns ja von vornherein klar. Und noch eins: Er kommt nicht zu Ihnen ins Hotel. Auch wenn es für ihn gefahrlos ist. Er will sein Gesicht nicht zeigen. Die Waffen werden an mich geliefert, und ich bringe sie Ihnen dann. Morgen. In einer schönen, festen Kiste.«

»Er soll sie deklarieren als ›Trafo-Einzelteile‹. Groß und deutlich auf dem Deckel und an den Seiten. Und bringen Sie die Kiste nicht zu mir, sondern zur Werft ›Henri Latour et fils‹. Dort lagern noch mehr Kisten, die mir gehören. Unter anderem mit zwei Generatoren und ein Trafo.«

»Sie haben ein Schiff gekauft?« fragte Bouchet überrascht.

»So ist es.« Ron lachte vergnügt. »Wenn es voll schwarzer Perlen ist, melde ich mich wieder bei Ihnen, Charles.«

»Sie sind ein Hasardeur, Ron.«

»Vielleicht.«

»Sehen wir uns noch mal vor Ihrer Abfahrt?«

»Ich glaube kaum.«

»Dann viel Glück, Ron. Und ein erfolgreiches Tauchen.«

»Danke, Charles. Das Geld für die ›Trafo-Einzelteile‹ hinterlege ich im Büro der Werft. Auf Wiedersehen.«

Er legte auf, ging hinaus auf den Balkon und blickte über den gepflegten Park des Hotels hinaus aufs Meer. Boote mit bunten Segeln kreuzten vor der Küste, etwas näher zum Land hin schossen die Surfer durch die leichten Wellen, der warme Wind fing sich in ihren dreieckigen Segeln. Ein großes polynesisches Kriegskanu mit vierzig singenden und paddelnden braunen Kriegern – eine Sensation für die wie wild fotografierenden Touristen und eine der Attraktionen des Fremdenverkehrsvereins – glitt am Strand entlang. Tahiti von der Schokoladenseite. Werbeprospekte en nature.

Wie lange wird es noch dauern, bis ich wieder bei Tama'Olu bin? dachte er. Ich werde Zwischenstops einlegen müssen, um neuen Treibstoff zu bunkern. Tahiti – Rarotonga – Niué – Tonga – Tonu'Ata … das war der Weg. 1.800 Seemeilen werden das sein.

Mein Liebling, wie weit bist du von mir entfernt! Aber es wird das erste und letzte Mal sein, daß ich dich allein gelassen habe. Jetzt besitzen wir ein schönes Schiff, und du wirst in Zukunft immer mit mir kommen – wohin ich auch fahre. Und alle werden mich um meine wunderschöne Frau beneiden. Tama'Olu, du weißt gar nicht, wie sehr ich dich liebe!

Er zog sich einen der neuen Anzüge an, die er gekauft hatte, verließ das Hotel und ließ sich von einem Taxi hinaus zur Werft fahren. Unauffällig folgte ihm ein kleiner Renault, dessen Fahrer in ein Funktelefon sprach.

»Es ist



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