Silberband 082 - Raumschiff in Fesseln by Perry Rhodan

Silberband 082 - Raumschiff in Fesseln by Perry Rhodan

Autor:Perry Rhodan [Rhodan, Perry]
Die sprache: deu
Format: epub
veröffentlicht: 2009-11-27T00:00:00+00:00


Der Mann, der Tekeners Flucht geplant und eingeleitet hatte, befand sich in diesem Augenblick an Bord seines SVE-Raumers und diskutierte mit anderen Laren die weiter zu unternehmenden Schritte. Für Hotrenor-Taak war diese Art der Absetzung eines Ersten Hetrans eine lästige Pflicht. Er wünschte, er hätte sich mit angenehmeren Dingen beschäftigen können. In der Galaxis durfte keinesfalls der Eindruck entstehen, dass die Laren einen Ersten Hetran, den sie aufgebaut und voll unterstützt hatten, nun seinem Schicksal überließen. Das hätte sich nachteilig auf die Autorität von Leticrons Nachfolger ausgewirkt. Die Sache musste so hingebogen werden, dass der vom Konzil auserwählte Nachfolger seinen Vorgänger bezwang. Das Konzil, so sollte es aussehen, machte gute Miene zum bösen Spiel und akzeptierte die ungeschriebenen Regeln eines solchen Kampfs. Niemand durfte ahnen, dass das Konzil für Maylpancers wachsende Popularität bei den Überschweren gesorgt hatte.

»Leticron ist schlauer, als wir dachten«, sagte einer der Laren. Er hieß Fertanor-Tong und war der Kommandant des Raumschiffs, mit dem Hotrenor-Taak auf Titan gelandet war. »Er hat sich bisher so gut wie kaum um den entsprungen Gefangenen gekümmert. Also hat er erkannt, dass wir ihn ablenken wollen.«

Hotrenor-Taak blickte auf die Uhr. In ein paar Stunden erlosch die energetische Schutzaura, die der Terraner unbemerkt erhalten hatte, um ihn vor einem Teil von Leticrons Psi-Fähigkeiten zu bewahren. Solange die Aura bestand, konnte Leticron die Handlungen des Flüchtlings nicht vorausahnen.

»Auf alle Fälle stellt der Vorgang eine Belastung für den Ersten Hetran dar«, erklärte Hotrenor-Taak. »Sollte das alles nicht reichen, um ihn zu verwirren, inszenieren wir weitere Zwischenfälle.«

»Der Kampf beginnt in siebzehn Stunden terranischer Zeitrechnung«, sagte Sorgenor-Srong. Er hatte schon der ersten Invasionsflotte angehört und lebte entsprechend lange in der Milchstraße. Unter diesen Umständen war es nicht erstaunlich, dass er die Zeiteinteilung der ehemaligen galaktischen Führungsmacht benutzte.

Für Hotrenor-Taak war das nur ein weiterer kleiner Beweis dafür, dass die Laren mehr und mehr die Milchstraße nicht als Bestandteil des Konzils, sondern als ihr Eigentum ansahen. Der Verkünder der Hetosonen wusste selbst nicht, wie es zu dieser Entwicklung gekommen war, doch er hütete sich, dagegen einzuschreiten, denn im Grunde genommen war sie ihm willkommen. Das Hetos der Sieben war zu weit entfernt, um intensiv auf die Entwicklung in dieser Galaxis einwirken zu können. Zwar waren die Berechnungen, die aus Balayndagar eintrafen, nach wie vor exakt und im Sinne des Konzils, aber Hotrenor-Taak hatte den Eindruck, dass sie oft umgangen oder missachtet wurden. In der Milchstraße gab es so gesehen eine doppelgleisige Politik: die Politik der Laren und die des Konzils.

Die Politik des Konzils war langfristig angelegt und zielte darauf ab, diese Galaxis in ferner Zukunft voll zu integrieren.

Dagegen war die Politik der Laren wirklichkeitsnaher und auf die aktuellen Bedürfnisse jener Konzilsvölker abgestimmt, die in der Milchstraße für Ordnung sorgen mussten.

Vielleicht, überlegte Hotrenor-Taak, war es falsch gewesen, dass die Laren die völlige Ausrottung der Menschheit verhindert hatten. Die warnenden Stimmen, die von einem früher oder später auf jeden Fall stattfindenden Aufstand der Menschheit sprachen, hielt der Verkünder der Hetosonen jedoch für übertrieben.

Laren und Terraner lebten nebeneinander, ohne sich in die Quere zu kommen.



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